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Warnung nach Erbeben: Tsunami-Gefahr in Japan

zuletzt aktualisiert: 15.11.2006 - 14:30

Tokio (RPO). Nach einem Erdbeben der Stärke 8,1 haben die japanischen Behörden am Mittwoch eine Tsunami-Warnung herausgeben. Flutwellen von bis zu zwei Metern Höhe sollten möglicherweise den Norden und Osten des Landes treffen. Die Bewohner der betroffenen Gebiete wurden angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen.

Küstenstreifen auf der Inselgruppe der Kurilen, wo ein Erdbeben am Mittwochmorgen einen Tsunami auslöste.  Foto: AP
Küstenstreifen auf der Inselgruppe der Kurilen, wo ein Erdbeben am Mittwochmorgen einen Tsunami auslöste. Foto: AP

Die ersten Wellen an der Pazifikküste der Insel Hokkaido erreichten entgegen erster Befürchtung jedoch nur rund 40 Zentimeter, wie die Wetterbehörde mitteilte. Das Beben vor der Inselgruppe der Kurilen war Einwohnern zufolge in Japan kaum zu spüren, Berichte über Schäden oder Verletzte gab es nicht.

Die schwachen Tsunami-Wellen trafen die Hafenstadt Nemuro auf Hokkaido, weitere kleinere Wellen folgten. Die Wetterbehörde warnte vor Nachbeben und weiteren Tsunamis, die nach Angaben eines Sprechers aber keine Gefahr für Japan darstellten sollten.

Im Norden und Osten des Landes wurden Bewohner angewiesen, sich in höher gelegene Orte in Sicherheit zu bringen. Für zehn Gemeinden wurden Zwangsevakuierungen angeordnet. Züge auf Hokkaido sollten vorsichtshalber an Bahnhöfen halten. Etwa 4.000 der 6.100 Einwohner der Küstenstadt Shibetsu seien aufgefordert worden, ihre Wohnungen zu verlassen, sagte ein Augenzeuge dem Fernsehsender NHK. Der russischen Nachrichtenagentur RIA-Nowosti zufolge wurden auch Einwohner auf den südlichen Kurilen evakuiert. Das Büro des japanischen Ministerpräsident Shinzo Abe richtete einen Krisenstab ein.

Die japanische Wetterbehörde erklärte, das Beben habe eine Stärke von 8,1 gehabt. Die US-Erdbebenwarte meldete auf ihrer Web-Site ein Beben der Stärke 7,8 rund 440 Kilometer vor den Kurilen in 28 Kilometern Tiefe.

Tsunami-Wellen sind auf offener See oft kaum zu bemerken, können aber verheerende Schäden anrichten, sobald sie die Küste erreichen. Ein Beben der Stärke 9,1 vor der Küste Indonesiens hatte am 26. Dezember 2004 einen Tsunami ausgelöst, der mindestens 213.000 Menschen in elf Ländern das Leben kostete. Hokkaido wurde zuletzt am 26. September 2003 von einem Tsunami getroffen.

Quelle: ap

 
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