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indonesien tsunami panorama 2010-1028
  Foto: VICE PRESIDENT'S OFFICE, AFP
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Katastrophe in Indonesien: Tsunami-Warnsystem hat versagt

zuletzt aktualisiert: 28.10.2010 - 11:03

Mentawai (RPO). Vor dem verheerenden Tsunami in Indonesien hat nach Behördenangaben das für 100 Millionen Euro eingerichtete Tsunami-Frühwarnsystem nicht funktioniert. Die deutsch-indonesische Anlage sei nicht richtig gewartet worden und deswegen vor einem Monat ausgefallen, hieß es am Donnerstag.

Das Frühwarnsystem wurde im November 2008, knapp vier Jahre nach der Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean, in Betrieb genommen.

Vorgesehen ist, dass Bojen, Seismomenter und Sensoren an der Oberfläche und auf dem Grund des Ozeans Daten in ein Lagezentrum in Jakarta senden, von wo aus binnen Minuten Alarm gegeben werden kann. So soll mehr Zeit für Evakuierungen bleiben.

An der Entwicklung des Systems waren neun deutsche Forschungseinrichtungen beteiligt, darunter das Geoforschungszentrum in Potsdam (GFZ) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Den größten Teil der Projektkosten von rund 100 Millionen Euro trug Deutschland mit 45 Millionen Euro. Mitte Oktober vergangenen Jahres wurde das Warnsystem zum ersten Mal umfassend getestet.

Zahl der Toten weiter gestiegen

Die Zahl der Todesopfer in Indonesien ist mittlerweile auf 311 gestiegen. Nach 379 Vermissten werde noch gesucht, teilten Rettungskräfte am Donnerstag mit. Mehr als 48 Stunden nach der Katastrophe gebe es aber kaum mehr Hoffnung, noch Überlebende zu finden. Vielmehr würden an der Küste der besonders betroffenen Mentawai-Inseln immer wieder Leichen entdeckt. Die Rettungs- und Bergungseinsätze wurden dadurch erschwert, dass die Mentawai-Inselkette vor Sumatra sehr abgelegen ist und die Kommunikationswege vielerorts unterbrochen waren.

Die Insel-Region westlich von Sumatra war am Montagabend von einem Erdbeben der Stärke 7,7 erschüttert worden. Zehn Dörfer wurden von bis zu drei Meter hohen Wellen weggespült. Auf Südpagai, einer der Mentawai-Inseln, schossen die Flutwellen nach Behördenangaben 600 Meter weit ins Landesinnere. Die Bewohner waren nicht rechtzeitig gewarnt worden, obwohl Indonesien nach dem verheerenden Tsunami an Weihnachten 2004 ein modernes und kostspieliges Tsunami-Frühwarnsystem installiert hatte. Knapp 24 Stunden nach dem Erdbeben war der indonesische Vulkan Merapi ausgebrochen. Dabei kamen weitere 32 Menschen ums Leben.

Quelle: apd/jre

 
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