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Türkei
Polizei-Razzia bei Anhängern des Erdogan-Rivalen Gülen

Fotos: Erdogan – vom Häftling zum Ministerpräsidenten
Fotos: Erdogan – vom Häftling zum Ministerpräsidenten FOTO: AP
Istanbul. Die türkische Polizei ist mit einer großangelegten Razzia gegen Anhänger des Islampredigers Fethullah Gülen vorgegangen, der als Erzrivale des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gilt. 23 Firmen, die zu dem eng mit Gülen verbundenen Mischkonzern Koza Ipek gehören, wurden durchsucht.

Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag. Sie stünden in Verdacht, "Gülens Terrorgruppe" finanziell zu unterstützen. Erkan Akkus, Redakteur bei den zu Koza Ipek gehörenden Sendern Kanaltürk und Bugün TV sagte dagegen, Ziel sei es, die oppositionellen Medien vor der Wahl zum Schweigen zu bringen. "Sie beginnen mit uns (...) Löst das keinen Aufschrei aus, dann kann sich das auf andere Mediengruppen ausweiten."

Laut Anadolu war die Mediensparte des Konzerns nicht Ziel der Razzien. Bugün-Zeitungsredakteur Erhan Basyurt sagte, auf dem Durchsuchungsbeschluss befänden sich Medienunternehmen. Deren Gebäude seien jedoch noch nicht durchsucht worden. Die Polizei äußerte sich zunächst nicht. Das Innenministerium lehnte eine Stellungnahme ab. Erdogan will bei vorgezogenen Wahlen am 1. November für die regierende islamisch-konservative AKP eine absolute Mehrheit zurückgewinnen.

Erdogan beschuldigt den seit 1999 im US-Exil lebenden Gülen, innerhalb der Türkei eine Parallel-Struktur aufgebaut zu haben. Die Regierung in Ankara ging bereits wiederholt gegen Tausende mutmaßliche Anhänger des Geistlichen in Justiz, Polizei und den Medien vor. An der türkischen Börse brachen Aktien der Koza-Ipek-Gruppe um mehr als zehn Prozent ein. Auch Papiere anderer Medienfirmen gaben nach.

(REU)
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