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Heftige Kämpfe um Metropole Aleppo
Türkei verlegt Truppen an syrische Grenze

2012: Syrer fliehen vor dem Bürgerkrieg
2012: Syrer fliehen vor dem Bürgerkrieg FOTO: dpa, Anadolu Agency
Anadan/Istanbul. Nach zehnstündigem Kampf haben die Auständischen in Syrien einen strategisch wichtigen Punkt unter ihre Kontrolle gebracht. Der Ort liegt nur 45 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Unterdessen wurde bekannt, dass die türkische Armee Soldaten, Panzer und Raketenwerfer an die Grenze zu Syrien schickt.

Damit verstärkt die Türkei ihre Präsenz an der Grenze zu Syrien. Ein Konvoi mit rund zwanzig Fahrzeugen sei in die Grenzregion entsandt worden, berichten türkische Medien. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, wurden Panzer, Raketenwerfer und Soldaten in die südtürkischen Provinzen Kilis und Hatay entsandt.

Truppen mehrfach verlegt

Außerdem wurden dem Bericht zufolge in den letzten Wochen mehrfach Truppen an die fast 1000 Kilometer lane Grenze verlegt. Nun steht die aktuelle Verlegung vermutlich mit den aktuellen Kämpfen um Syriens Metropole Aleppo. Dort haben die Rebellen am Montag einen Kontrollposten unter ihre Kontrolle gebracht, der ihnen eine Nachschubroute aus der Türkei sichert.

Der strategisch wichtige Ort fiel nach rund zehnstündigem Kampf am frühen Morgen an die Aufständischen. Der betreffende Kontrollpunkt Anadan liegt etwa fünf Kilometer nordwestlich von Aleppo und rund 45 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt.

Am Samstag hatten die syrischen Streitkräfte eine große Offensive auf Aleppo gestartet. Seither liefern sie sich dort erbitterte Kämpfe mit den Rebellen. Etwa 200.000 Einwohner der Millionenstadt befinden sich nach UN-Angaben auf der Flucht. In der Türkei fanden nahe der Grenze zu Syrien bereits zehntausende Menschen in Flüchtlingslagern Zuflucht.

In die Türkei geflohen

Am Montag hieß es aus türkischen Militärkreisen, ein weiterer syrischer General sei zusammen mit elf Soldaten in die Türkei geflohen. Damit halten sich dort bereits 28 desertierte Generäle auf.

Die Schlacht um Aleppo gilt als bislang wichtigste Machtprobe zwischen der Regierung und den Rebellen seit Beginn des Aufstands gegen Assad vor 16 Monaten. Die syrische Führung kämpft erbittert um ihren Machterhalt. Vor allem in den vergangenen zwei Wochen haben die Gefechte an Intensität zugenommen, nachdem die Rebellen ihren Vorstoß auf Aleppo und Damaskus eingeläutet hatten und bei einem Bombenanschlag in der Hauptstadt vier hochrangige Vertreter des Sicherheitsapparats getötet wurden, darunter der Verteidigungsminister.

Am Wochenende versuchte das Militär in Salaheddine mit massivem Einsatz von Kampfhubschraubern und schweren Waffen, eine Entscheidung zu erzwingen. Doch die Rebellen, von denen viele aus dem Umland in die Stadt geströmt waren, wehrten sich hartnäckig. Wieviele Menschen bei den Gefechten starben, ist unklar.

Grene zu Griechenland

Unterdessen lässt Griechenland aus Angst vor einer Flüchtlingswelle aus Syrien die EU-Außengrenze zur Türkei noch schärfer bewachen. 1800 Grenzpolizisten würden zusätzlich an die Grenze geschickt, sagte Justizminister Nikolaos Dendias am Montag nach einem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Antonis Samaras.

Auf dem Grenzfluss Evros würden weitere Patrouillenboote eingesetzt. Über die griechisch-türkische Grenze gelangen Hunderttausende Flüchtlinge aus Asien und Afrika illegal in die Europäische Union. Seit einigen Monaten patrouillieren an der Grenze neben griechischen Beamten auch Dutzende Mitarbeiter der EU-Grenzagentur Frontex.

In der vergangenen Woche hatte Dendias angekündigt, dass sein Land trotz internationaler Kritik am Bau eines knapp elf Kilometer langen Grenzzauns zur Türkei festhalte. Er soll Anfang Oktober fertig sein.

(AFP/reuters/dpa)
 
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