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Terror in Tunis
Spanisches Pärchen überlebte Anschläge im Versteck

Viele Tote bei Angriff auf Bardo-Museum
Viele Tote bei Angriff auf Bardo-Museum FOTO: afp, FB/SH
Tunis. Am Tag nach den Anschlägen von Tunis hat sich die Zahl der Toten auf 25 erhöht. Ein Angreifer war den Behörden bereits bekannt. Zwei Spanier überlebten den Terrorangriff dank eines glücklichen Zufalls. 

Nach dem blutigen Terroranschlag auf das tunesische Nationalmuseum hat sich die Zahl der Toten nach Angaben des Gesundheitsministeriums weiter erhöht. Insgesamt 25 Menschen seien bei dem Angriff getötet worden, darunter 20 Urlauber, teilte das Ministerium am Donnerstag mit. Bei zwei Toten handele es sich um von Spezialeinheiten getötete Extremisten. Die Zahl der Verletzten stieg laut Gesundheitsministerium auf 47 an.

Aufatmen konnten Angehörige eines spanischen Paares. Die beiden Touristen hatten den Anschlag in einem Versteck überlebt. Gemeinsam mit einem Tunesier harrte das Paar nach dem Angriff die gesamte Nacht im Museum aus. Sie seien erst am Donnerstag aus ihrem Versteck gekommen, berichtete der tunesische Radiosender Mosaique. Die Spanierin sei im vierten Monat schwanger.

Sie sollen dort von einem Mitarbeiter des Museums versteckt worden sein, wie ein Vertreter des Zivilschutzes der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die beiden Spanier und der Mitarbeiter seien für eine Routineuntersuchung ins Krankenhaus gebracht worden.

Derweil ist klar: Unter den Opfern des Anschlags in Tunis sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes keine Deutschen. "Wir gehen davon aus, dass unter den Toten und den Verletzten keine deutschen Staatsangehörigen sind", erklärte ein Sprecher am Donnerstag in Berlin. Die tunesische Regierung sprach von mindestens einem Deutschen unter den Toten.

Erste Festnahmen

Die tunesischen Sicherheitskräfte haben im Zusammenhang mit dem Anschlag nach offiziellen Angaben vier Personen festgenommen. Es gebe eine direkte Verbindung der Verdächtigen zu dem Attentat, hieß es am Donnerstag. Auf Anweisung von Präsident Bedschi Caid Essebsi wurden außerdem Soldaten in die größeren Städte des Landes verlegt, um dort die Sicherheit zu gewährleisten. Die Entscheidung sei nach Beratungen mit der Armeeführung gefallen, erklärte das Präsidialamt.

Laut tunesischen Behörden handelte es sich bei den beiden getöteten Angreifern um die Tunesier Yassine Laabidi und Hatem Khachnaoui. Laabidi sei den Sicherheitsbehörden bekannt gewesen, sagte Premierminister Habib Essid am Donnerstag dem französischen Radiosender RTL ohne nähere Angaben zu machen. Bislang hat sich keine Terrorgruppe zu dem Anschlag bekannt.

Das Attentat war der schwerste Terroranschlag in Tunesien seit Beginn des arabischen Aufstands vor mehr als vier Jahren. Das Land ist der einzige arabische Staat, der seitdem den Übergang in die Demokratie geschafft hat. Gleichzeitig kämpft Tunesien mit Extremisten. Im Land kommt es immer wieder zu Gewalt zwischen radikalen Gruppen und Sicherheitskräften, vor allem in den Grenzgebieten.

 

(dpa)
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