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Staatschef Lukaschenko hatte Gnadengesuch abgelehnt: U-Bahn-Attentäter von Minsk hingerichtet

zuletzt aktualisiert: 17.03.2012 - 10:43

Minsk (RPO). Knapp ein Jahr nach dem Bombenanschlag auf die U-Bahn der weißrussischen Hauptstadt Minsk ist einer der beiden verurteilten Täter hingerichtet worden. Die Angehörigen von Wladislaw Kowalew seien vom Obersten Gericht des Landes darüber informiert worden, dass dieser erschossen worden sei, erklärte die Menschenrechtsgruppe Wiasna unter Berufung auf eine Schwester des Hingerichteten.

Alexander Lukaschenko lehnte eine Begnadigung der Männer ab. Foto: dpa, Peer Grimm
Alexander Lukaschenko lehnte eine Begnadigung der Männer ab. Foto: dpa, Peer Grimm

Der Oberste Gerichtshof des Landes hatte Kowalew und den ebenfalls angeklagten Dmitri Konowalow Ende November wegen des Anschlags auf die Minsker U-Bahn-Station Oktjabrskaja am 11. April zum Tode verurteilt. Damals waren 15 Menschen getötet und mehr als 160 verletzt worden. Der Bahnhof liegt in der Nähe des Büros und der Residenz von Staatschef Alexander Lukaschenko. Es war der schwerste Anschlag in Weißrussland seit der Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion im Jahr 1991.

Lukaschenko hatte am Mittwoch eine Begnadigung der beiden Männer abgelehnt. Sowohl die Bundesregierung als auch die Europäische Union hatten daraufhin gefordert, die Hinrichtung aufzuhalten. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Todesstrafe sei "unter keinen Umständen zu rechtfertigen", zumal "wenn es wie in diesem Fall Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Verfahrens" gebe.

Nach dem Anschlag waren Spekulationen aufgekommen, die Regierung selbst könnte für die Tat verantwortlich sein, weil sie ein hartes Vorgehen gegen innenpolitische Gegner rechtfertigen wollte.

Quelle: AFP
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