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Proteste gegen Uber
Französische Taxifahrer beenden Blockade

Pariser Taxifahrer protestieren gegen Uber
Pariser Taxifahrer protestieren gegen Uber FOTO: afp, MS
Paris. Die französischen Taxifahrer haben ihre Proteste gegen den US-Fahrdienstanbieter UberPop in der Nacht zu Freitag weitgehend beendet. Die Blockade von Bahnhöfen und Flughäfen wurde aufgehoben. Allerdings harrten am Morgen noch rund 40 Taxifahrer an einer der Hauptzufahrtstraßen zu Paris aus.

Der Taxifahrer Khalid, der mit Kollegen an der westlichen Porte Maillot weiter die Stellung hielt, sagte dem Radiosender RMC, ihre Forderungen seien nicht erfüllt worden. Er hatte zu einer Delegation gehört, die am Donnerstagabend von Innenminister Bernard Cazeneuve empfangen worden war.

Laut Khalid sicherte Cazeneuve ihnen nur Maßnahmen gegen Schwarzarbeit zu. Ihr eigentlicher Kampf richte sich aber gegen die sogenannten Transportfahrzeuge mit Chauffeur (VTC). Während die Regierung den US-Fahrdienstanbieter UberPop als illegal betrachtet, sind VTC weiterhin zugelassen. Anders als den Taxifahrern, die an der Porte Maillot ausharrten, reichten mehreren Gewerkschaften die Zusicherungen von Cazeneuve aber. Sie riefen nach den Protesten gegen UberPop von Donnerstag ihre Mitglieder auf, am Freitagmorgen die Arbeit wieder aufzunehmen.

Eindrücke von der Taxi-App Uber FOTO: afp

Knapp 3000 Taxifahrer hatten am Donnerstag in Paris und anderen Städten teils gewaltsam gegen die Konkurrenz durch UberPop-Fahrer protestiert. Sie hatten Bahnhöfe und Flughäfen blockiert und dabei auch Fahrer von UberPop angegriffen. Laut Innenminister Cazeneuve wurden landesweit zehn Menschen bei den Protesten festgenommen, sieben Polizisten verletzt und 70 Fahrzeuge beschädigt. Präsident François Hollande verurteilte die Gewalt, bekräftigte nach den Protesten aber auch seinen Entschluss, UberPop in Frankreich zu verbieten.

In Frankreich sind rund 400.000 Menschen mit ihren Privatautos bei UberPop registriert. UberPop-Fahrer verlangen in der Regel deutlich weniger Geld als Taxis, zahlen aber auch keine Steuern und Sozialabgaben. Zudem haben sie nicht die für Taxifahrer verpflichtende 250-stündige Ausbildung absolviert.

Juni 2014: Europaweite Taxi-Streiks gegen Apps FOTO: ap

Taxifahrer sehen in ihnen daher eine unlautere Konkurrenz. In zahlreichen Ländern gehen Behörden und Justiz gegen UberPop vor, auch in Deutschland. Die französische Regierung hat UberPop verboten, doch greift das Verbot erst nach einer abschließenden Entscheidung der Justiz.

(AFP)
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