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Aktion zum Welt-Aids-Tag Teddy panorama, ddp 2009-1130
  Foto: ddp, ddp
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Unicef-Bericht zum Welt-Aids-Tag: Über zwei Millionen Kinder leben mit dem HI-Virus

zuletzt aktualisiert: 30.11.2009 - 17:39

Frankfurt/Main (RPO). Das Kinderhilfswerk Unicef hat anlässlich des Welt-Aids-Tags einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor der Immunschwäche-Krankheit gefordert. Bundesgesundheitsminister Rösler rief unterdessen zur Solidarität mit HIV-Infizierten auf.

Trotz vieler Fortschritte in den vergangenen Jahren werde nur jedes dritte Baby einer HIV-infizierten Mutter vor einer Übertragung des Virus geschützt - im Süden Afrikas sogar nur jedes zehnte Kind, kritisierte Unicef. Außerdem forderten Mediziner und Hilfsorganisationen mehr Geld für Aufklärung sowie einen besseren Schutz von Frauen.

Nur 38 Prozent der rund 730.000 Kinder, die Aids-Medikamente brauchen, würden versorgt, heißt es in dem Bericht "Kinder und Aids", der am Montag von den UN-Organisationen Unicef, UNAIDS, Weltgesundheitsorganisation WHO und dem UN-Bevölkerungsfonds veröffentlicht wurde.

Im vergangenen Jahr starben 280.000 Kinder an den Folgen von Aids. 2,1 Millionen Kinder leben derzeit mit dem tödlichen Virus. Schätzungsweise 17,5 Millionen Kinder haben einen oder beide Elternteile durch Aids verloren.

"Es ist zu befürchten, dass die weltweite Wirtschaftskrise die Auswirkungen der Aids-Epidemie auf Kinder und Jugendliche in Entwicklungsländern verschärft", warnte die Geschäftsführerin von Unicef Deutschland, Regine Stachelhaus. Die am stärksten betroffenen Länder seien bis heute nicht in der Lage, die Aids-Epidemie aus eigener Kraft wirksam zu bekämpfen.

Der Unicef-Bericht zeigt auf, dass die Hälfte der Neuansteckungen verhindert werden könnte, wenn Aufklärung und Prävention weiter ausgebaut würden. Trotz eines deutlichen Anstiegs der Mittel in den vergangenen Jahren sei die Finanzierung der Aids-Programme aber nicht annähernd gedeckt.

Hilfsorganisation fordern Kampf gegen Diskriminierung

Mehr Geld für Präventionsmaßnahmen forderte auch die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Insbesondere im südlichen Afrika, wo es im Jahr 2008 mehr als 70 Prozent aller Neuinfektionen gegeben habe und drei Viertel der jährlich zwei Millionen Aids-Toten zu beklagen seien, müsse die Prävention weiter vorangetrieben werden.

Mehrere Hilfsorganisationen drangen zudem auf einen verstärkten Kampf gegen sexuelle Gewalt und die Diskriminierung von Mädchen und Frauen. "Nur wenn sie keiner Gewalt ausgesetzt sind und ihre Sexualität selbst bestimmen, können sie sich, ihre zukünftigen Partner und Kinder wirksam vor HIV/Aids schützen", sagte etwa Geschäftsführerin von Plan Deutschland, Marianne Raven.

Rösler mahnt Bundesbürger

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler appellierte an die Bundesbürger, den Schutz vor der tödlichen Immunschwäche nicht zu vernachlässigen. Aids sei nach wie vor eine Gefahr. "Kondome schützen, das gilt seit mehr als 20 Jahren", sagte der FDP-Politiker dem Sender N24. Gleichzeitig würdigte Rösler die Erfolge von Aufklärungsaktionen. Mit etwa 3000 HIV-Neuinfektionen pro Jahr habe Deutschland die niedrigste Rate in Westeuropa, seit 2007 sei die Zahl stabil.

Rösler begleitete am Brandenburger Tor in Berlin eine Aktion, bei der unter anderem Menschen in Glaskugeln gezeigt wurden; sie sollte die Isolation von HIV-Infizierten symbolisieren.

"HIV-Positive werden in unserer Gesellschaft immer noch stigmatisiert - zum Beispiel am Arbeitsplatz", erklärte Sylvia Urban, Vorstandsmitglied der Deutschen Aids-Hilfe. Von den etwa 67.000 HIV-Infizierten in Deutschland gingen zwei Drittel einer Erwerbsarbeit nach. Viele versteckten jedoch ihre Krankheit aus Angst vor Diskriminierung und Mobbing.

Carla Bruni sieht Fortschritte im Kampf gegen Aids

Carla Bruni, Frau des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, sieht Fortschritte im Kampf gegen Aids. "Wir könnten 400.000 Babys pro Jahr retten. Das wäre wunderbar", sagte die 41-jährige Botschafterin des Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria über ihr Ziel, dass von 2015 an kein Kind mehr im Mutterleib mit dem HI-Virus infiziert wird.

"Wir sind nicht weit von diesem Ziel entfernt, wir haben schon unglaubliche Fortschritte in den vergangenen Monaten gemacht", sagte Bruni in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Vielen Schwangeren, gerade in Afrika, fehle aber noch der Anstoß, sich auf das HI-Virus testen und im Bedarfsfall behandeln zu lassen.

"Wenn ich dank meiner Rolle, vielleicht auch dank meiner Bekanntheit, dazu beitragen kann, dass sich das ändert, dann habe ich viel erreicht", sagte Bruni, die sich als Anti-Aids-Botschafterin vor allem der Vorsorge für Frauen und Kinder widmet.

Quelle: AP/felt

 
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