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23. Jahrestag des Atom-Unfalls: Ukrainer gedenken der Opfer von Tschernobyl

zuletzt aktualisiert: 26.04.2009 - 11:26

Kiew (RPO). Vor 23 Jahren ereignete sich in Tschernobyl die Katastrophe: Nach der Explosion eines Atomreaktors zog eine radioaktive Wolke über halb Europa. Weite Landstriche in der Ukraine, Weißrussland und Russland wurden dauerhaft verstrahlt. Hunderte Ukrainer versammelten sich zum Jahrestag und erinnerten an die Opfer.

Zum 23. Jahrestag projizierten Greenpeace-Aktivisten die Worte "Tschernobyl: Schon vergessen, Frau Merkel?" auf die Schutzhülle des verunglückten Atomreaktors von Tschernobyl.  Foto: Greenpeace Germany, AP
Zum 23. Jahrestag projizierten Greenpeace-Aktivisten die Worte "Tschernobyl: Schon vergessen, Frau Merkel?" auf die Schutzhülle des verunglückten Atomreaktors von Tschernobyl. Foto: Greenpeace Germany, AP

Der ukrainische Staatschef Viktor Juschtschenko und andere Regierungsmitglieder legten in der Nacht zum Sonntag in Kiew einen Kranz vor einem Denkmal für die Tschernobyl-Opfer nieder. Ehemalige Mitglieder der Aufräumkräfte, welche seinerzeit die verseuchte Unglücksstelle reinigten, schmückten das Denkmal unter Tränen mit Fichtenzweigen. Während einer religiösen Zeremonie wurden Kerzen zum Gedenken an die Opfer entzündet. In Slawutitsch, einer Kleinstadt in der Nähe des Unglücksorts, kamen mehrere hundert Menschen zu einer Mahnwache.

"Wir erinnern uns heute mit tiefer Trauer an diese Helden, die gegen die atomaren Elemente kämpften und sich für uns und unsere Kinder opferten", erklärte Juschtschenko.

Mit einer Projektion an die Schutzhülle um den verunglückten Atomreaktor von Tschernobyl hat Greenpeace in der Nacht zum Freitag an die Reaktorkatastrophe erinnert. "Tschernobyl: Schon vergessen, Frau Merkel?" war auf der Außenwand zu lesen. Greenpeace fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, die Gefahr verheerender Reaktorunfälle ernst zu nehmen und sich gegen die Verlängerung von Laufzeiten der ältesten deutschen Atomkraftwerke auszusprechen.

"Ein Super-GAU wie in Tschernobyl kann sich in einem deutschen Atomkraftwerk ebenso ereignen. Merkel muss den Atomausstieg voran treiben statt ihn zu behindern", sagt Tobias Münchmeyer, Atom-Experte von Greenpeace.

Bei den Aufräumarbeiten nach der Reaktorexplosion am 26. April 1986 starben amtlichen Schätzungen zufolge mehr als 25.000 Menschen. Rund 2,3 Millionen Ukrainer leiden nach offiziellen Angaben an den Folgen des Unglücks.

Weite Teile der damals noch zur Sowjetunion gehörenden Ukraine, Russlands und Weißrusslands waren durch die Katastrophe radioaktiv versucht, die Strahlung gelangte bis in den Westen Europas. Der letzte Tschernobyl-Reaktor wurde im Dezember 2000 abgeschaltet. Eine Betonhülle bedeckt heute den explodierten Reaktor, in dem 200 Tonnen radioaktives Magma glühen. Sie zeigt jedoch Risse. Unterstützt durch internationale Hilfsgelder soll frühestens Ende des Jahres mit dem Bau einer neuen Stahlumhüllung begonnen werden. Diese soll 2012 fertiggestellt sein.

Quelle: AFP

 
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