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Unglück bei religiösem Volksfest auf Madeira
Umstürzender Baum erschlägt 13 Menschen

Amateurvideo zeigt Unglück: Umstürzender Baum erschlägt Menschen bei Fest auf Madeira
Funchal. 13 Menschen sind bei einem religiösen Volksfest auf der portugiesischen Urlaubsinsel Madeira ums Leben gekommen. Eine 200 Jahre alte Eiche stürzte in die Menschenmenge. 50 weitere Besucher wurden verletzt – darunter auch Deutsche.

Die genaue Zahl der Opfer war zunächst unklar. Örtliche Behörden in Funchal bestätigten am Dienstagnachmittag die Zahl von 13 Todesopfern bei dem Unglück. Rund 50 weitere Personen wurden nach Angaben der Behörden verletzt, sieben von ihnen schwer. Unter den Verletzten waren auch ein Deutscher, ein Franzose und ein Ungar. Das Unglück ereignete sich in der Nähe der Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte in einem Vorort der Inselhauptstadt Funchal.

Eiche galt schon seit drei Jahren als umsturzgefährdet

Bei dem umgestürzten Baum handelte es sich laut der Zeitung "Público" um eine 200 Jahre alte Eiche. Den Angaben zufolge war sie schon seit drei Jahren als gefährlich und umsturzgefährdet eingestuft worden. Die Eiche kippte offenbar plötzlich mitsamt ihres Wurzelwerks um und traf mehrere Gläubige, die in der Nähe an einem Verkaufsstand Kerzen erwerben wollten.

Fotos: Tödliches Unglück bei religiösem Volksfest FOTO: afp

Auf Amateur-Videos war zu erkennen, wie der 200 Jahre alte Baum kippte. Als die Rettungskräfte eintrafen, war der Boden von Ästen bedeckt, was die Bergung der Opfer erschwerte. Zahlreiche Helfer waren im Einsatz, darunter ein Einsatzteam von Ärzten, mehrere Krankenwagen und die Feuerwehr. 

"Wir haben ein Knacken gehört, dann ist der Baum genau dort hingefallen, wo die Menschen Kerzen abgestellt haben", sagte der Augenzeuge Domingos Perestrelo dem Fernsehsender SIC Noticias. Panik sei ausgebrochen. Das Unglück ereignete sich demnach während der Messe – etwa eine halbe Stunde vor Beginn einer Prozession, zu der sich viele Menschen einfanden.

Fest wurde nach dem Unglück abgebrochen 

Schauplatz der Marienwallfahrt von Funchal ist ein von zahlreichen alten Bäumen umringter Brunnen im Botanischen Garten, etwa fünf Kilometer vom Zentrum der Hauptstadt entfernt. Das Volksfest "Senhora do Monte" (Fest der Herrin von Monte) ist das größte und berühmteste religiöse Festival auf der Insel.

Es wird zu Ehren der Jungfrau von Monte, der Schutzheiligen der Hauptstadt Funchal, immer am 14. und 15. August abgehalten und lockt traditionell viele Besucher aus aller Welt nach Madeira. Die Straßen und die Kirche in den Bergen von Monte werden dabei aufwendig mit Blumen geschmückt, es gibt zahlreiche Stände sowie eine Prozession Tausender Pilger. 

Nach dem tragischen Vorfall wurde das Fest abgebrochen.

(beaw/dpa/AFP)
 
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