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Somalia: UN-Luftbrücke soll Hunger stoppen

zuletzt aktualisiert: 27.07.2011 - 17:17

Nairobi/Brüssel/Berlin/Kenia (RPO). Das Welternährungsprogramm der UN (WFP) hat begonnen, über eine Luftbrücke Hilfsmittel an die Bevölkerung im dürregeplagten Somalia zu liefern.

Ein Flugzeug mit zehn Tonnen Nahrungsergänzungsmitteln an Bord sei von einem Flughafen im Nachbarland Kenia abgehoben, sagte WFP-Sprecherin Challiss McDonough am Mittwoch. In den kommenden Wochen soll es den Angaben zufolge weitere Lieferungen geben, die für unterernährte Kinder gedacht sind.

Das WFP habe sich für die Luftbrücke entschieden, da eine Lieferung über Land angesichts von derzeit mindestens 18.000 unterernährten Kindern zu lange gedauert hätte, erklärte McDonough. Die am Mittwoch gelieferte Paste auf Butterbasis würde ausreichen, um 3.500 Kinder für einen Monat zu versorgen.

Info

Spendenkonto der Stiftung Unesco

Konto: 34 80 100 00

BLZ: 300 400 00

Commerzbank AG Düsseldorf

EU gibt 60 Millionen Euro zusätzlich
Die EU will den hungernden Menschen am Horn von Afrika mit zusätzlichen 60 Millionen Euro helfen. Entsprechende Schritte habe sie eingeleitet, sagte die für humanitäre Krisen verantwortliche EU-Kommissarin Kristalina Georgieva am Mittwoch nach einem Besuch der Dürre-Regionen in Somalia und Kenia.

Insgesamt würden die Hilfsleistungen für die Region für dieses Jahr damit auf 158 Millionen Euro aufgestockt, sagte Georgieva. Mit dem neuen Geld würden Nahrungsmittel für die am stärksten gefährdeten Familien finanziert. Von der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren sind in Somalia, Kenia und Äthiopien elf Millionen Menschen betroffen.

Georgieva hatte am Sonntag das Flüchtlingslager Dadaab in Kenia besucht. Sie sprach von Bildern und Schilderungen "die das Herz brechen". Die Hilfsorganisationen könnten den Andrang der Hungerflüchtlinge aus Somalia kaum bewältigen. Die Ankömmlinge seien so erschöpft, dass die Sterblichkeitsrate nach oben schnelle. "Wir müssen alles tun, um die Versorgung in Somalia zu verbessern, damit sich die Menschen nicht auf die tödliche Reise machen müssen", sagte die Kommissarin.

Und trotz Berichten, wonach Lebensmittel in Lagern in Mogadischu verrotteten, müssten weitere Hilfslieferungen in die somalische Hauptstadt gebracht werden. Es gebe trotz der prekären politischen Lage weiterhin Hilfsorganisationen, die sich um die Versorgung der Menschen im Land kümmerten, sagte Georgieva. Die islamistische militante Organisation Al Schabab verglich sie mit "einer Schlange mit vielen Köpfen". Einige davon seien befriedet und würden den Kampf gegen die Hungersnot nicht länger behindern, "andere beißen noch".

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Niebel appeliert an radikale Islamisten

Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) appellierte am Mittwoch in Berlin an die Verantwortlichen in Somalia, Hilfsorganisationen den Zugang zu den Menschen in Somalia zu gewähren. "Jetzt geht es nicht um Politik, sondern um die Rettung von Menschenleben", betonte Niebel. Noch immer verwehren die radikal-islamische Al-Shabaab-Milizen westlichen Hilfsorganisationen in manchen Regionen die Einreise.

Die Situation der Menschen in diesen Gegenden sei äußerst besorgniserregend, betonte der Ostafrika-Referent der Hilfsorganisation Islamic Relief Deutschland, Mahmut Güngör. Eigenen Angaben zufolge ist Islamic Relief eine der wenigen auswärtigen Hilfsorganisation, die derzeit mit rund 50 Mitarbeitern in Zentral-Somalia vertreten ist. Vor allem die Lage der Flüchtlinge, die sich auf dem Weg zur Grenze befänden, sei kritisch, so Güngör. Besonders Kinder, schwangere Frauen und alte Menschen bräuchten dringend Hilfe, da sie massiv unterernährt seien.

Unicef will Kinder impfen

Das Kinderhilfswerk Unicef will Kinder in Kenia impfen lassen, damit sie die Krankheiten Masern und Polio nicht bekommen. Innerhalb von zwei Wochen sollen mehr als 300.000 Kinder in dem Staat in Ostafrika mit einem kleinen Pikser geschützt werden.

Vielen Kindern in Kenia geht es sehr schlecht. Wegen einer anhaltenden Dürre haben viele Menschen im Osten Afrikas zu wenig zu essen. Sie drohen zu verhungern. Besonders in Somalia ist die Not groß. Viele Menschen flüchten von dort. Sie machen sich auf den Weg in die Nachbarländer. In Kenia hoffen sie, Hilfe zu finden. Das Flüchtlingslager in Dadaab steuern viele an. Hunderttausende sind dort unter gekommen.

Quelle: apd/KNA

 
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