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10.000 Tote durch Zyklon: UN schicken Helfer nach Birma

zuletzt aktualisiert: 05.05.2008 - 20:33

Rangun/Genf (RPO). 10.000 Tote, zerstörte Häuser und Infrastruktur - der Zyklon "Nargis" stürzt das bitterarme Birma ins Chaos. Die Vereinten Nationen haben Katastrophenschutz-Experten in das Land geschickt und Hilfe angeboten. Nach den Tsunami 2004 hatte die Militärregierung solche Einsätze allerdings abgelehnt. Auch diesmal ließ die Junta wertvolle Zeit verstreichen.

Der ehemalige schwedische Minister Jens Orback, der im Auftrag des Olof-Palme-Instituts die politischen Bedingungen in Birma vor dem für Samstag geplanten Referendum untersucht hatte, berichtete bei seiner Rückkehr von chaotischen Zuständen. Selbst in Rangun habe es bis zu zwölf Stunden gedauert, bevor die Behörden reagiert hätten, sagte er der Nachrichtenagentur AFP in der thailändischen Hauptstadt Bangkok. Die Menschen hätten sich gegenseitig geholfen, so gut es ging. In Rangun waren viele Mönche zu sehen, die bei der Räumung der Straßen mithalfen. Mehrere Tempel wurden in Notunterkünfte verwandelt.

Angesichts des verheerenden Ausmaßes der Wirbelsturmkatastrophe in Birma ist ein weltumspannender Einsatz für die Opfer angelaufen. Deutschland stellte zunächst 500.000 Euro als Soforthilfe für die "Nargis"-Opfer zur Verfügung, die EU-Kommission zwei Millionen Euro. Die Vereinten Nationen schickten ein Expertenteam von Thailand nach Birma, um den anlaufenden Großeinsatz zu koordinieren.

Hilfszusagen kamen unter anderem aus den USA und Großbritannien, Thailand und Indien. "Unser tiefes Beileid gilt den Familien der vielen Getöteten", erklärte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Unabhängig von der aktuellen Nothilfe setze die Bundesregierung ihren Einsatz für die Menschenrechte in Birma fort. Das Auswärtige Amt erinnerte daran, dass die Militärregierung nach dem Tsunami Ende 2004 internationale Hilfe noch abgelehnt hatte. Die Sprecherin des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA), Elizabeth Byrs, konstatierte in Genf, die birmanische Junta habe diesmal "ihre Bereitschaft zur Entgegennahme internationaler Hilfe gezeigt".

Ein Team von fünf Katastrophenschutz-Experten werde von Bangkok in das Unglücksgebiet entsandt, teilte das UN-Koordinationsbüro in Genf mit. Das Welternährungsprogramm (WFP) werde in Rangun 500 Tonnen Lebensmittel bereitstellen und aus Kambodscha Generatoren nach Birma liefern. In dem Katastrophen-Gebiet leben nach vorläufigen Schätzungen rund 24 Millionen Menschen. Der birmanische Außenminister Nyan Win sagte, 57 Schiffe seien beim Durchzug des Taifuns gesunken.

Der Sturm war vom Golf von Bengalen aufgezogen und am Freitagabend im Irawadi-Delta aufs Land getroffen. Die Böen erreichten Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 240 Stundenkilometern. Tausende Gebäude wurden zerstört, unzählige Bäume entwurzelt und Stromleitungen zerrissen. Der Flughafen von Rangun blieb geschlossen. Die Regierung erklärte fünf Regionen zu Katastrophengebieten: Neben Rangun und Irawadi waren dies Bago sowie die Bundesstaaten Mon und Karen.  

Quelle: afp

 
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