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Belagerte syrische Stadt
Vereinte Nationen wollen mobile Klinik nach Madaja schicken

Hilfskonvoi in Madaja eingetroffen
Hilfskonvoi in Madaja eingetroffen FOTO: dpa, moa
Beirut. Die Vereinten Nationen wollen angesichts der Hungersnot in Madaja eine mobile Klinik und ein Ärzteteam in die belagerte syrische Stadt schicken.

Die mobile Klinik, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO und dem syrischen Roten Halbmond betrieben werde, sei bereits auf dem Weg, sagte die WHO-Sprecherin Rana Sidani am Freitag. Das Team solle die Hungernden "vor Ort" behandeln.

Am Montag hatte erstmals ein Hilfskonvoi die hungernden Menschen in Madaja und den von Rebellen belagerten Städten Fua und Kafraja in der nordwestlichen Provinz Idlib erreicht. Am Donnerstag traf ein zweiter Lastwagenkonvoi mit Nahrungsmitteln und Medikamenten in Madaja ein. Zu dem Konvoi gehörten auch medizinische Teams, die noch am selben Tag 350 Menschen untersuchten, wie die WHO-Sprecherin sagte. Viele von ihnen litten unter "sehr schwerer Unterernährung".

Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sind seit Anfang Dezember allein in Madaja 28 Menschen verhungert. Noch am Freitag soll sich der UN-Sicherheitsrat mit der Lage in Madaja und anderen belagerten Städten in Syrien befassen. Die Dringlichkeitssitzung war von den USA, Frankreich und Großbritannien beantragt worden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete die Belagerungen als "Kriegsverbrechen".

Nach UN-Angaben halten sich rund 4,5 Millionen Syrer in Gebieten auf, die für Hilfsorganisationen nur schwer zugänglich sind. Etwa 400.000 Menschen werden demnach von Regierungssoldaten oder bewaffneten Gegnern der Regierung belagert.

(das/AFP)
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