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Vorfall bei United Airlines
US-Polizist verteidigt Rauswurf des Passagiers

Sicherheitskräfte zerren Passagier aus Flugzeug
Chicago. Der Vorfall löste weltweit Empörung aus: Sicherheitskräfte schleifen einen Passagier aus einem United-Airlines-Flugzeug, sie zerren den blutenden Mann gewaltsam hinaus. Aber die Sache sei anders abgelaufen, es als es den Anschein habe, sagt einer der beteiligten Polizisten.

Der Passagier habe ihn beleidigt und sei gewalttätig gewesen, er habe mit den Armen gefuchtelt, das Gleichgewicht verloren und sei dann mit dem Gesicht auf eine Armlehne gefallen, teilte der Polizist mit. Der 69 Jahre alte Arzt sei an seinen Verletzungen also selbst schuld. Trotzdem befürchte der Polizist, dass er nach den negativen Berichten über den Vorfall seine Arbeit verliert. Nur deshalb habe er einen Bericht über den Einsatz verfasst – dieser wurde von seiner Dienststelle in Chicago am Dienstag veröffentlicht.

Der gewaltsame Rausschmiss liegt etwa zwei Wochen zurück: United Express hatte festgestellt, dass in dem überbuchten Flugzeug keine Plätze mehr für vier Flugbegleiter frei waren und willkürlich vier Passagiere bestimmt, die die Maschine verlassen sollten. Der 69-Jährige weigerte sich jedoch, woraufhin die Airline die Polizei rief.

Blutend aus dem Flugzeug gezogen

Handyvideos von Passagieren zeigten, wie der Mann blutend aus der Maschine geschleift wurde. Die Aufnahmen sorgten im Internet für gewaltige Empörung. Nach Angaben seines Anwalts erlitt der Arzt eine Gehirnerschütterung, verlor zwei Zähne und brach sich die Nase. Er hat eine Gerichtsklage angekündigt.

Der beteiligte Polizist berichtete, er sei in die Maschine gerufen worden und habe den Arzt aufgefordert, das Flugzeug zu verlassen. Der habe sich geweigert und seine Arme verschränkt. Daraufhin habe der den 69-Jährigen gegriffen, "festgehalten" und dann von dessen Fenstersitz weg in Richtung Gang gezogen.

Erneuter Zwischenfall auf United-Flug

Wegen des Vorfalls sind drei Beamte vom Dienst freigestellt worden. Die Fluggesellschaft versicherte, sie werde bei Überbuchungen künftig nicht mehr die Polizei zu Hilfe rufen. Der Vorfall hatte ihr weltweit schlechte Schlagzeilen eingebracht.

Kurz darauf hatte sich United Airlines allerdings wieder rechtfertigen müssen: Wie mehrere US-Medien Mitte April berichteten, wurde einem Paar auf dem Weg von Salt Lake City zur eigenen Hochzeit in Costa Rica in Houston der Weiterflug untersagt. Die Passagiere hätten versucht, in einer besseren Sitzkategorie Platz zu nehmen, teilte die Fluggesellschaft mit. Der Mann und die Frau sagten dagegen, sie hätten sich nur woanders hingesetzt, da ein anderer Passagier auf ihren Plätzen geschlafen habe. 

(ap/wer)
 
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