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Pakistan Panorama Sonnenuntergang Flut
  Foto: AP, AP

Unmut in Flutgebieten wächst: UNO beklagt stockende Hilfen für Pakistan

zuletzt aktualisiert: 02.09.2010 - 19:22

Thatta (RPO). Die Vereinten Nationen haben vor einem Nachlassen der Hilfe für die Überschwemmungsopfer in Pakistan gewarnt. Die Hilfszahlungen gerieten ins Stocken und würden seit Anfang vergangener Woche "beinahe stagnieren", teilte das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe am Donnerstag mit. Dagegen stockten Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) ihre Hilfsdarlehen auf.

In den vergangenen zehn Tagen seien die für die Nothilfe bereitgestellten Finanzmittel lediglich von 274 Millionen Dollar auf 291 Millionen Dollar gestiegen, hieß es in der Erklärung. Sie hätten damit erst knapp zwei Drittel der am 11. August von der Uno erbetenen Soforthilfe von 460 Millionen Dollar (360 Millionen Euro) erreicht.

Menschen auf Hilfe angewiesen

Acht Millionen Menschen seien noch immer auf sofortige Hilfe angewiesen, erklärte Manuel Bessler von der Uno. Angesichts dieser Zahl handele es sich um eine humanitäre Hilfsaktion "ungesehenen Ausmaßes". "Wir müssen acht Millionen Menschen erreichen von der Karakoram-Bergkette im Norden bis zum Arabischen Meer im Süden."

Angesichts der nur schleppenden Versorgung mit Hilfsgütern breitet sich nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) unter den Flutopfern zunehmend Unmut aus. Zwei Hilfslieferungen hätten wegen "Unruhen" in der Bevölkerung gestoppt werden müssen, sagte der Einsatzleiter des IKRK für Südasien, Jacques de Maio, in Genf. In den betroffenen Gebieten seien die Menschen aufgrund ihrer Befürchtung, nicht genügend Hilfe zu erhalten "verständlicherweise aggressiv".

4,8 Millionen obdachlos

Von den seit mehr als einem Monat anhaltenden Überschwemmungen sind nach UN-Angaben mehr als 18 Millionen Menschen direkt betroffen, mindestens 1760 kamen ums Leben. 4,8 Millionen Menschen wurden durch die Katastrophe obdachlos. Mehr als 3,6 Millionen Hektar Ackerland wurden von den Fluten zerstört. Regierungschef Yousuf Raza Gilani bezifferte den durch die Fluten verursachten wirtschaftlichen Schaden auf 43 Milliarden Dollar (rund 34 Milliarden Euro).

Weltbank-Chef Robert Zoellick teilte am Mittwoch (Ortszeit) in Washington nach einem Treffen mit dem pakistanischen Finanzminister Hafeez Shaikh mit, das dem Land Mitte August gewährte Darlehen über 900 Millionen Dollar werde auf eine Milliarde Dollar (rund 781 Millionen Euro) aufgestockt. Das Geld solle ebenso für dringende Nothilfe wie für den langfristigen Wiederaufbau des Landes benutzt werden. Trotz der aktuellen Krise dürften auf lange Sicht jedoch auch "wichtige wirtschaftliche Reformen" nicht aus dem Blick verloren werden, mahnte Zoellick. Der Internationale Währungsfonds (IWF) in Washington gewährte Pakistan am Donnerstag eine Sofortfinanzierung in Höhe von 450 Millionen Dollar.

Quelle: AFP

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