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Britische Werbekampagne
Unterwäschemarke fotografiert Model ohne Haare

Diese Models zeigen ihre Makel
Diese Models zeigen ihre Makel FOTO: Curvy Kate
Harrow. Die britische Unterwäschefirma "Curvy Kate" präsentiert eine Werbekampagne mit Models, die nicht in das Schema "jung, schlank, makellos" passen.  Von Oliver Burwig

Ihre Modelkarriere verdankt sie ihrem größten Makel: Als Yasmin Rachel Taylor 15 Jahre alt war, verlor sie zum ersten Mal Haare. Mit 20 Jahren war sie komplett kahl. Drei Jahre lang "versteckte" sich die gebürtige Britin unter einer Perrücke, wie sie sagt. Dann hatte sie genug: Sie zeigte auf Instagram, dass sie an Haarausfall leidet  – und war von den positiven Reaktionen überwältigt, sagt sie in einem Statement.

Nun steht sie wie sieben weitere Frauen mit besonderen Merkmalen für die Damenwäschefirma "Curvy Kate" vor der Kamera. Das Unternehmen ist auf Unterwäsche in Übergrößen spezialisiert und mit älteren Werbekampagnen schon durch ihre fülligen Models aufgefallen.

Die Werbekampagne zeigt unter anderm Frauen im Rollstuhl, mit Geburtsmalen im Gesicht und Senionrinnen in schwarzer, weißer und pinker Unterwäsche. Damit wirbt das Unternehmen nicht nur für seine Wäsche, sondern nach eigenen Angaben auch für mehr Anerkennung der "wunderschönen Vielfalt von Frauen".

Kaum menschliche Diversität in der Modebranche

Frauen mit verschiedenen Hautfarben, Figuren und Behinderungen zu zeigen, sei in der Modeindustrie bisher vernachlässigt worden, heißt es auf der Unternehmens-Website. "Curvy Kate" beruft sich dort auf eine Studie: Demnacht sollen nur 23 Prozent aller Models in Modemagazinen farbig und vier Prozent über 50 Jahre alt sein. Lediglich drei Prozent trügen Konfektionsgrößen über 44. Die Kampagne solle dazu beitragen, dass Frauen ihren Körper akzeptieren, wie er ist.

"Die Industrie ist so mächtig und hat so viel Einfluss auf uns alle, dass sie mehr auf die Bilder achten sollte, die sie vermittelt", sagt Rollstuhlfahrerin Gemma Flanagan, die wegen einer Nervenkrankheit nur noch auf Krücken laufen kann. Auch sie wurde für die Modemarke fotografiert. "Diversität ist keine Neuheit, die man instrumentalisieren sollte. Das sollte einfach normal sein."

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