Oberstes Gericht bemängelt Beweismittel: Urteile nach Massaker in Chiapas aufgehoben
zuletzt aktualisiert: 14.08.2009 - 07:48
Mexiko-Stadt (RPO). Zwölf Jahre nach einem Massaker in einem Dorf in Chiapas hat das Oberste Gericht von Mexiko die Urteile gegen 20 Männer aus einem Nachbardorf aufgehoben und die Gefangenen freigelassen. Die Verfahren gegen sechs weiteren bereits verurteilte Männer müssen neu aufgerollt werden. Die Richter begründeten ihre Entscheidung mit schwerwiegenden Mängeln bei der Beweisaufnahme. "Wir waren fast zwölf Jahre für ein Verbrechen im Gefängnis, das wir nicht begangen haben", sagte Antonio Ruiz Perez, einer von 20 Tzotzil-Indianern. Er hege aber keinen Groll gegen "die Leute, die uns zu Unrecht angeklagt haben". Das Massaker im Dorf Acteal fand am 22. Dezember 1997 statt. Die Angreifer brachten 45 Bewohner um, darunter auch Säuglinge und Kinder. Die Opfer waren Anhänger des Aufstands der Zapatisten.
Relatives of those killed in the 1997 Acteal massacre carry photos during a march in San Cristobal, Chiapas, Mexico, Tuesday, August 11, 2009. Mexico's Supreme Court has ruled in favor of freeing at least 20 Indians convicted in the massacre of 45 men, women and children in southern Chiapas state after determining federal prosecutors fabricated evidence. (AP Photo/Moyses Zuniga) Foto: AP, AP
Quelle: AP/csr
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