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Terry Jones
  Foto: AP, AP
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Koran-Verbrennung: US-Pastor verwirrt mit widersprüchlichen Aussagen

zuletzt aktualisiert: 10.09.2010 - 14:28

Gainesville (RPO). Nur wenige Stunden nach seiner Absage der Koran-Verbrennung am Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 hat US-Pastor Terry Jones gedroht, die Entscheidung wieder rückgängig zu machen.

Der antiislamische Pastor einer winzigen Kirchengemeinde im US-Staat Florida hält mit seiner Drohung, am Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 das heilige Buch der Muslime zu verbrennen, weiterhin die Welt in Atem. Nachdem er zunächst in Anwesenheit eines islamischen Geistlichen verkündet hatte, er verzichte auf die Koranverbrennung, erklärte Pastor Terry Jones wenig später, er sei belogen worden und denke noch einmal über seine Entscheidung nach. Die Aktion sei nur ausgesetzt, nicht abgesagt.

Pastor Jones, dessen Kirche in Gainesville 50 Mitglieder hat, sagte zur Begründung, ihm sei von muslimischen Geistlichen zugesagt worden, den geplanten Neubau einer umstrittenen Moschee in der Nähe von Ground Zero in New York weiter weg zu verlegen. Doch diese bestritten kurz darauf eine solche Vereinbarung.

Jones erklärte daraufhin, die Koranverbrennung für ausgesetzt, aber nicht abgesagt. Das bedeutet, dass der Pastor am (morgigen) Samstag nach wie vor Ausgaben des heiligen Buchs des Islams verbrennen könnte. US-Präsident Barack Obama hat bereits an Jones appelliert, auf die Verbrennungen zu verzichten. Die US-Regierung befürchtete, dass die Aktion in muslimischen Ländern zu Ausschreitungen und Gewalttaten führen könnte.

Jones und der Präsident der Islamischen Gesellschaft von Mittelflorida, Imam Muhammad Musri, waren zuvor zusammen vor die Presse getreten.

Jones erklärte auf der Pressekonferenz, er habe für eine Entscheidung gebetet und wenn der Standort der Moschee in New York verlegt würde, wäre das ein Zeichen von Gott, die Koranverbrennung abzusagen. "Wir sind natürlich nun absolut dagegen, dass irgendeine Gruppe Korane verbrennt. Wir bitten jetzt darum, dass niemand Korane verbrennt. Es ist nicht die Zeit dafür."

Musri sagte der Nachrichtenagentur AP nach der Pressekonferenz, er werde am Samstag - dem neunten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 - mit Jones nach New York reisen und den Imam treffen, der den Bau der Moschee leitet. Dies sei die einzige Vereinbarung, die getroffen worden sei.

"Ich habe dem Pastor gesagt, dass ich persönlich glaube, dass die Moschee dort nicht sein sollte, und ich alles in meiner Kraft stehende tun werde, dass ihr Standort verlegt wird", sagte Musri. "Es gibt aber kein Angebot von dort (New York), dass sie verlegt wird. Alles, was wir getan haben, ist die Vereinbarung dieses Treffens, und ich denke, wir wollen alle eine friedliche Lösung sehen."

New Yorker Imam will nicht verhandeln

In New York sagte der Imam Feisal Abdul Rauf, der das Moscheebauprojekt leitet, er sei von Jones' Ankündigung überrascht und er werde nicht mit ihm handeln. Mit dem Pastor in Florida habe er überhaupt nicht gesprochen.

Der Pastor warf seinem muslimischen Gesprächspartner Musri später vor, ihn belogen zu haben. "Wir sind richtig geschockt", sagte Jones. "Er hat uns ganz klar angelogen."

Musri entgegnete, Jones sei nicht in die Irre geführt worden. "Nachdem wir vor die Kameras getreten sind, hat er meine Worte falsch ausgelegt." Im Übrigen sei nicht die angebliche Verlegung der Moschee der Grund, warum Jones seine Drohung zurückgezogen habe. Tatsächlich habe er dem Druck von politischen und religiösen Führern aus aller Welt nachgegeben. Jones habe ihm erzählt, die Koranverbrennung würde "die US-Truppen im Ausland, amerikanische Reisende und andere in der Welt gefährden". "Das war sein wahres Motiv für die Absage", berichtete Musri.

Auch die internationale Polizeiorganisation Interpol hatte zuvor eine weltweite Warnung an ihre 188 Mitgliedsländer wegen der geplanten Koranverbrennungen herausgegeben. Es bestehe ein große Wahrscheinlichkeit, dass es wegen der Aktion zu Gewalttaten komme. In Asien und auf der arabischen Halbinsel kam es am Donnerstag zu ersten Protesten gegen das Vorhaben.

Quelle: AFP/sdr

 
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