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Louisiana Ölplattform ap 2010 Panorama
  Foto: NASA, AP
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Ölteppich vor dem Mississippi-Delta: US-Regierung: Ölpest "nationale Katastrophe"

zuletzt aktualisiert: 29.04.2010 - 19:37

New Orleans (RPO). US-Präsident Barack Obama hat die Ölpest im Golf von Mexiko am Donnerstag zur "nationalen Katastrophe" erklärt. Obama ordnete nach Angaben des Weißen Hauses an, dass "alle verfügbaren Ressourcen" zur Bekämpfung des Ölteppichs eingesetzt werden sollen, der unaufhaltsam auf das hoch sensible Mississippi-Delta zutrieb. Von der britischen Ölgesellschaft BP fordert Washington "höchstmögliche" Mitwirkung.

Knapp zehn Tage nach dem Sinken der Ölplattform "Deep Water Horizon" wurde das Ausmaß der Katastrophe immer offensichtlicher. Die Bekämpfung der Ölpest sei eine Aufgabe von "nationaler Bedeutung", erklärte Obama.

Dafür müssten alle verfügbaren Mittel eingesetzt werden, auch das Militär, erläuterte Präsidentensprecher Robert Gibbs vor Journalisten in Washington. Indem die Regierung in Washington das Unglück zu einer "nationalen Katastrophe" erklärte, schuf sie die rechtliche Voraussetzung dafür, landesweit alle Mittel für den Einsatz gegen die Ölpest zu mobilisieren.

Der Gouverneur des US-Bundesstaats Louisiana, Bobby Jindal, rief wegen der Ölpest den Notstand aus. Die ersten Ausläufer der Öl-Verseuchung würden am Freitag an die Küste gelangen, sagte Konteradmiralin Sally Brice O'Hara.

Täglich fast 800.000 Liter

Die Staatliche Ozean- und Klimabehörde (NOAA) hatte zuvor mitgeteilt, dass wahrscheinlich täglich fast 800.000 Liter aus der havarierten Bohranlage austreten, die am 20. April nach einer schweren Explosion im Golf von Mexiko gesunken war. Der Ölkonzern BP, für den die zerstörte Bohrinsel betrieben wurde, korrigierte seine Zahlen über das austretende Öl auf das bis zu Fünffache nach oben.

Die Ausläufer des riesigen Ölteppichs befanden sich am Donnerstag nur noch knapp 24 Kilometer vor der Küste Louisianas. "Derzeit erwarten wir, dass das Tierschutzgebiet Pass-A-Loutre noch am Donnerstag von dem Ölteppich erreicht wird", sagte Gouverneur Jindal.

Die drehenden Winde könnten auch zur Folge haben, dass Versuche, den Ölteppich abzufackeln, zu spät kommen. Ein kontrollierter "Testbrand" wurde am Mittwoch an der Stelle unternommen, an der das Öl am stärksten konzentriert ist. BP nannte den Versuch "erfolgreich". Kritik kam von der Umweltorganisation Greenpeace. Die Behörden sollten sich auf das "mechanische Säubern der Küsten" konzentrieren, erklärte ein Sprecher.

Ohne Ergebnis blieb zunächst der Einsatz von vier Untersee-Robotern, die die Stelle versiegeln sollten, an der das Öl austritt. Auch ein 450 Tonnen schweres Ventilsystem, das eigentlich bei einem Unfall den Ölstrom sofort stoppen soll, konnte nicht aktiviert werden. Zugleich arbeiteten Ingenieure fieberhaft an der Konstruktion einer Schutzglocke, die über das Leck gestülpt werden könnte.

Quelle: AFP/nbe

 
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