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Zwei Cousins
IS-Unterstützer wegen Anschlagsplänen in USA festgenommen

Iraks Armee rückt im Kampf gegen IS auf Tikrit vor
Iraks Armee rückt im Kampf gegen IS auf Tikrit vor FOTO: afp, FC/EIS
Chicago. Sie bewunderten angeblich die "Charlie-Hebdo"-Attentäter und wollten in den USA so viel Schaden wie möglich anrichten: Zwei Cousins aus der Nähe von Chicago sind festgenommen worden, weil sie offenbar einen Anschlag auf eine Einrichtung des US-Militärs planten.

Der eine versprach, "die Flammen des Krieges ins Herz" Amerikas zu bringen, wenn er nicht in den Nahen Osten dürfe, um sich dem IS anzuschließen. Der andere prahlte damit, er könne mit einer Terrorattacke in den USA auf einen Schlag bis zu 150 Menschen töten. Nun ist eine geplante Tat der beiden Männer von den Behörden in den USA verhindert worden.

Zwei 22 und 29 Jahre alte Cousins und mutmaßliche Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat sind im US-Staat Illinois festgenommen worden. Wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte, wurde der jüngere am Mittwochabend auf dem Chicago Midway International Airport gefasst, als er in ein Flugzeug in Richtung Ägypten steigen wollte. Der 29-Jährige wurde zu Hause festgenommen, wie es weiter hieß.

Die beiden sollen gemeinsam einen Terroranschlag in den USA geplant haben. Diesen hätte der ältere von beiden ausführen sollen, nachdem der jüngere das Land verlassen hätte, wie aus Gerichtspapieren hervorgeht. Die Attacke sollte sich demnach womöglich gegen eine militärische Einrichtung im Norden des Bundesstaats Illinois richten, wo der 22-jährige für seinen Dienst in der Nationalgarde ausgebildet worden war.

Am Dienstag waren die beiden Cousins zu einer Militäreinrichtung gefahren. Dort sprachen sie mit einem Undercover-Agenten über die Attacke, hieß es in einer offenen Bundesklage. Zuvor hatte der 22-Jährige dem FBI-Mann im Internet geschrieben, sollte er nicht nach Nahost gelangen, werde er "so viel Schaden und Chaos wie möglich" in den USA anrichten.

Er brachte demnach angeblich auch seine Bewunderung für die Attentäter auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" zum Ausdruck. "Ehrlich, wir würden liebend gern etwas machen wie die Brüder in Paris", schrieb er.

Die beiden Verdächtigen wurden noch am Donnerstag einer Richterin in Chicago vorgeführt. Später sagte die Schwester des jüngeren der beiden der "Chicago Sun-Times": "Sie sind keine Terroristen (...) Nur weil sie gewählt haben, als Muslime ihre Religion auszuüben, macht sie das nicht zu Terroristen."

Beide sind amerikanische Staatsbürger und lebten im Chicagoer Vorort Aurora. Die Nationalgarde ist ein Element des US-Militärs, das Staatsgouverneure im Falle von Notsituationen herbeirufen können.

(ap)
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