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Umfrage in den USA
Jeder zweite Schwarze hat negative Erfahrung mit der Polizei

Hintergrund: Vier Fälle stehen für Polizeigewalt gegen Schwarze
Hintergrund: Vier Fälle stehen für Polizeigewalt gegen Schwarze FOTO: ap
Washington. Seit den Unruhen von Ferguson vor einem Jahr machen immer wieder Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA Schlagzeilen. Viele kennen Ähnliches aus eigener Erfahrung.

Jeder zweite Schwarze in den USA hat einer Umfrage zufolge negative Erfahrungen mit der Polizei. Von schwarzen Männern sagen sogar sechs von zehn, sie seien bereits wegen ihrer Hautfarbe unfair von der Polizei behandelt worden - im Vergleich zu nur drei Prozent unter befragten Weißen. Die am Mittwoch veröffentlichte Umfrage war für die Nachrichtenagentur AP und das Forschungszentrum NORC erstellt worden.

Vor einem Jahr hatte die Tötung eines jungen Schwarzen durch einen weißen Polizisten im Ort Ferguson Unruhen ausgelöst. Danach gab es mehrere weitere Fälle von umstrittener Polizeigewalt gegen Schwarze, die zum Teil auf Video aufgenommen wurden. Die Umfrage zeigt, dass dies viele für Alltag halten.

So bestätigen auch viele Weiße eine ungerechte Behandlung von Angehörigen von Minderheiten durch die Polizei. In gemischten Wohngegenden mit mindestens 25 Prozent Nichtweißen sagten dies 58 Prozent der befragten Weißen, in anderen Wohnvierteln immerhin noch 42 Prozent.

Unter den befragten Schwarzen sagten 71 Prozent, Polizisten würden zu nachsichtig behandelt, wenn sie jemanden verletzten oder töteten. Dagegen fand dies nur ein Drittel der befragten Weißen; 46 Prozent meinten, die Strafverfolgung von Polizisten sei gerecht.

Weiße sehen bei Zwischenfällen eher die Schuld bei den Bürgern: 62 Prozent sagten, wenn es bei Kontrollen zur Konfrontation komme, liege das an den Kontrollierten. Dagen glauben 75 Prozent der Schwarzen, es liege eher daran, dass Fehlverhalten der Polizei kaum geahndet werde.

Große Differenzen gibt es auch bei der Frage, ob die Polizei eher gegen Schwarze mit tödlicher Gewalt vorgehe. Von den befragten Weißen sagten 74 Prozent, die Hautfarbe spiele dabei keine Rolle. Dagegen glauben 85 Prozent der Schwarzen, es sei wahrscheinlicher, dass die Polizei einen Schwarzen töte als einen Weißen.

72 Prozent der Weißen gaben an, sie hätten immer oder oft Vertrauen, dass die Polizei das Richtige für sie und ihre Gemeinde tue. 66 Prozent der Schwarzen sehen das hingegen nur manchmal, selten oder gar nicht.

Für die AP-NORC-Umfrage wurden vom 17. bis zum 19. Juli 1223 Erwachsene in den USA befragt, darunter 311 Schwarze. Die Fehlermarge für die Gesamtumfrage liegt bei 4,2 Prozentpunkten, für die Teilmenge der schwarzen Befragten beträgt sie 9,1 Prozentpunkte.

(ap)
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