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Konföderierten-Denkmal
Offenbar Anschlag in Houston vereitelt

USA: Offenbar Anschlag in Houston vereitelt
Polizisten und Ermittler sichern den Einsatzort in Houston, an dem ein Verdächtiger festgenommen wurde. Ihm wird vorgeworfen, explosives Material an eine Statue angebracht zu haben. FOTO: ap, GAV
Houston. Die Universität von Texas hat Statuen von Südstaatlern von ihrem Gelände entfernen lassen. In einem Park von Houston wird ein Mann vor einer Statue festgenommen, der anscheinend einen Sprengsatz anbrigen wollte.

In den USA wird in die Diskussion über rechtsradikale und rassistische Ideologien in der Gegenwart zunehmend auch die Frage nach dem Umgang mit dem Erbe des Bürgerkriegs einbezogen. Der Präsident der Universität von Texas in Austin ordnete auf seinem Campus die Entfernung aller Denkmäler von Konföderierten-Generälen wie Robert E. Lee an, die am Montag bereits abgeschlossen wurde.
Gregory Fenves erklärte, er habe diese Entscheidung angesichts "entsetzlicher Vorfälle von Hass" in Charlottesville und der Universität von Virginia getroffen.

Der Kampf der Konföderierten unter anderem für die Beibehaltung der Sklaverei gilt auch als eine Ursache von tief verwurzeltem Rassismus insbesondere in den südlichen Staaten der USA. Bundesstaatsanwälte in Houston teilten am Montag mit, bereits am Samstag sei ein Mann verhaftet worden, der sich offenbar mit einem Sprengsatz an einem Denkmal des Konföderierten-Leutnants Richard Downing zu schaffen gemacht habe. Ihm werde der Versuch vorgeworfen, heimtückisch Eigentum zu schädigen oder zu zerstören, das Finanzmittel aus dem Bundeshaushalt bekomme.

Debatte über Südstaaten-Denkmäler

In Austin wurden die Statuen von Lee, eines weiteren Generals und eines Postministers der Südstaaten vom Sockel geholt. Sie sollten ins Brisco-Zentrum für amerikanische Geschichte auf dem Campus gebracht werden, sagte Fenves. 2015 hatte die Universität bereits die Statue des Präsidenten der Konföderierten Staaten während des Amerikanischen Bürgerkriegs, Jefferson Davis, entfernt. Fenves erklärte, solche Statuen seien zu "Symbolen moderner weißer Vorherrschaft und von Neonazismus" geworden.

Die Debatte über öffentliche Denkmäler für Persönlichkeiten der Südstaaten bekam landesweit Auftrieb, nachdem am 12. August eine Frau in der US-Kleinstadt Charlottesville getötet wurde, als sie gegen einen Aufmarsch von Konservativen und Neonazis demonstrierte. Diese hatten den Plan der Stadt, ein Denkmal für General Lee zu entfernen, zum Anlass für ihren Protest genommen.

Die letztlich unterlegenen Südstaaten kämpften im Bürgerkrieg 1861 bis 1865 unter anderem für eine Beibehaltung der Sklaverei.

(dafi/ap)
 
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