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Diktator-Plakate sollen verschwinden
Ärger um "Mussolini-Strand" bei Venedig

Venedig: Ärger um "Mussolini-Strand" bei Venedig
Gegenprotest: Ein Schild mit den Worten "Ich liebe Schwule, ich liebe Lesben, ich liebe alle Leute, die sich gut benehmen" am Strand von Chioggia. FOTO: ap, SO
Rom. Baden unter Hitlergruß? Ein Strandbad bei Venedig hat mit Plakaten von Diktator Benito Mussolini von sich Reden gemacht. Die Schilder sollen jetzt verschwinden.

Der Präfekt der Stadt ordnete nun an, die an den Faschismus erinnernden Plakate und Schilder an dem Badeort in Chioggia zu entfernen. Die öffentliche Ordnung könnte gestört werden, hieß es am Montag laut italienischen Nachrichtenagenturen in einer Begründung der Behörden.

Die Zeitung "La Repubblica" zeigte Fotos von dem Strandbad, wo ein Schild mit Bildern von Mussolini und einem Baby mit dem sogenannten "saluto romano" (der während des Nationalsozialismus als Hitlergruß verwendet wurde) zu sehen ist. "Ordnung, Sauberkeit, Disziplin" ist am Eingang zu lesen. Der Besitzer spricht in einem Video davon, "antidemokratisch" zu sein. Auch sollen Schilder mit der Aufschrift "Gaskammer, Eintritt verboten" zu sehen gewesen sein.

In Italien sorgt die Verehrung des "Duce" immer wieder für Schlagzeilen. Mussolini wurde 1945 erschossen, immer noch finden sich in dem Land Anhänger des faschistischen Diktators. Der "saluto romano" ist per Gesetz verboten.

(veke/dpa)
 
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