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Verbot in Kenia
32.000 Euro Strafe für Plastiktüten-Nutzer

Verbot in Kenia: 32.000 Euro Strafe für Plastiktüten-Nutzer
Plastiktüten sind in Kenia jetzt verboten. FOTO: Patrick Pleul
Nairobi. Die Herstellung und Einfuhr von Plastiktüten ist in Kenia ab sofort verboten. Auch wer eine Plastiktüte mit sich trägt, könnte mit bis zu 32.000 Euro bestraft werden.

Mit dem weltweit schärfsten Gesetz gegen Plastiktüten will Kenia die Verbreitung des umweltschädlichen Materials stoppen. Nach einem am Montag in Kraft getretenen Gesetz drohen Herstellern, Verkäufern und sogar Benutzern von Plastiktüten Haftstrafen von bis zu vier Jahren oder Geldbußen von 40.000 Dollar, umgerechnet etwa 32.000 Euro.

Bisher wurden in Kenia täglich an die 100 Millionen dünner Plastiktüten allein von Supermärkten ausgegeben, sagt das UN-Umweltprogramm. Einfach weggeworfen verschmutzen sie die Straßen der Hauptstadt Nairobi und türmen sich auf Müllkippen zu Bergen auf. 

Umweltministerin Judy Wakhungu schränkte aber ein, zunächst solle es Produzenten und Verteilern von Plastiktüten an den Kragen gehen. "Normalen Leute", die Plastiktüten benutzten, würde nichts geschehen, sagte sie. Dem Gesetz zufolge kann die Polizei aber gegen jeden vorgehen, der eine Plastiktüte mit sich trägt.

Um die Plastikflut und die verheerenden Umweltfolgen abzumildern, haben bereits rund 40 andere Staaten scharfe Vorschriften gegen den Kunststoff erlassen, darunter Ruanda, China und Frankreich. Plastik baut sich nur sehr schwer und über einen jahrhundertelangen Zeitraum ab und belastet zunehmend die Umwelt. Auf den Weltmeeren treiben riesige Mengen an Plastikrückständen, die bei Seevögeln, Meeresschildkröten und anderen Tieren und Organismen große Schäden anrichten.

(veke/ap/reu)
 
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