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Polizei fahndet landesweit
Mann in USA zeigt offenbar Mordvideo auf Facebook

Verdächtiger in Ohio zeigt offenbar Mordvideo auf Facebook
Auszüge aus dem Video, das der mutmaßliche Täter von sich selbst veröffentlichte. FOTO: rtr, CLH/XG
Washington. Ein 37-Jähriger soll in Ohio einen 74-Jährigen getötet und die Tat auf Facebook übertragen haben. Die Polizei fahndet auch in Nachbarstaaten nach dem mutmaßlichen Täter.

Die Behörden in Cleveland stellten nach eigenen Angaben in der Nacht zum Montag einen Haftbefehl aus. Anders als die Polizei zunächst mitgeteilt hatte, soll es sich jedoch nicht um ein Live-Video der Tat gehandelt haben. Die Aufnahmen seien erst später hochgeladen worden, berichteten Medien unter Berufung auf einen Facebook-Sprecher. Das Video sei später gelöscht worden.

Nach bisherigen Erkenntnissen wählte der Täter sein Opfer willkürlich aus. "Was heute geschah, ist sinnlos", sagte Polizeichef Calvin Williams am Sonntag. Er forderte den Mann auf, sich zu stellen.

In einem zweiten Video behauptete der Mann, insgesamt 13 Menschen getötet zu haben: "Ich arbeite an der 14, während wir reden", sagt er. Er fahre einfach durch die Gegend und schieße auf Menschen. Weitere Taten hätten sich bislang allerdings nicht bestätigt, teilte die Polizei mit.

50.000 US-Dollar Belohnung

Der Verdächtige sei "wütend auf seine Freundin" gewesen und habe deshalb auf Menschen geschossen, sagte seine Mutter dem Sender CNN. Sie habe am Sonntag mit ihrem Sohn gesprochen und ihn gebeten, aufzuhören, berichtete die Frau. Sie könne nicht glauben, was passiert sei. Laut Bericht hatte die Polizei am Sonntag auch mit der Freundin des mutmaßlichen Täters gesprochen.

Die Polizei hat eine Belohnung von 50.000 US-Dollar ausgesetzt. Das sagte der Bürgermeister der Stadt, Frank Johnson, am Montag bei einer Pressekonferenz.  Die Polizei schrieb den mutmaßlichen Täter zur öffentlichen Fahndung aus. Der 37-Jährige sei in einem weißen Ford Fusion mit Kurzzeitkennzeichen unterwegs. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich nach Polizeiangaben um einen Berufsberater für Jugendliche und junge Erwachsene.

Die Polizei erhielt Dutzende Hinweise. In Philadelphia, das rund sechs Autostunden von Cleveland entfernt ist, waren neun Schulen geschlossen worden, nachdem Behörden Hinweise bekommen hatten, dass der Verdächtige dort gesehen wurde. Es hätten sich jedoch keine Beweise dafür finden lassen, dass der Mann tatsächlich dort gewesen sei, gaben die Behörden bekannt.

Fahndung auch in Ohios Nachbarstaaten

Den Polizei-Angaben zufolge könnte der Verdächtige Ohio verlassen haben. Auch die Bewohner der Nachbarstaaten Indiana, Michigan, New York und Pennsylvania wurden deshalb gewarnt. Wer ihn sehe, solle ihn nicht ansprechen, sondern per Notruf die Polizei verständigen.

Polizisten gelang es zu Beginn der Fahndung, telefonischen Kontakt zu dem Mann herzustellen, wie Williams, sagte. Sie hätten ihn vergeblich aufgefordert, sich freiwillig zu stellen. Nach Angaben von Bürgermeister Frank Jackson versuchte die Polizei weiterhin, mit dem Verdächtigen in Kontakt zu treten: "Wir wollen ihm sagen, dass wir wissen, wer er ist und dass er letzten Endes gefasst wird."

Vertreter der Staatsanwaltschaft sagten, das Signal seines Mobiltelefons sei zuletzt in Erie, Pennsylvania, entdeckt worden - rund 160 Kilometer von Cleveland entfernt. Die Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter läuft inzwischen landesweit.

Facebook hatte die beiden Videos entfernt: "Dies ist ein entsetzliches Verbrechen, und wir erlauben diese Art von Inhalten auf Facebook nicht", erklärte das Unternehmen.

(juju/vek/hebu/dpa/afp)
 
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