Schriftzug "Arbeit macht frei": Verdächtiger wegen Auschwitz-Diebstahls festgenommen
zuletzt aktualisiert: 11.02.2010 - 16:53Stockholm (RPO). Der frühere schwedische Rechtsextremisten-Führer Anders Högström ist festgenommen worden. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl im Zusammenhang mit dem Diebstahl des Schriftzugs aus dem NS-Konzentrationslager Auschwitz vor.
Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, erfolgte die Festnahme des 34-Jährigen am Donnerstag auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls in dessen Wohnung in Stockholm. Die schwedische Justiz müsse nun entscheiden, ob der Verdächtige an Polen ausgeliefert werde oder nicht, sagte die Staatsanwältin Agneta Hilding Qvarnström der Nachrichtenagentur AFP.
Die polnische Justiz hatte Högström wegen seiner Rolle bei dem Diebstahl Mitte Dezember angeklagt. Högström sagte laut schwedischen Medien dagegen, er habe den Schriftzug als Mittelsmann entgegen nehmen und verkaufen sollen. Stattdessen habe er aber die Polizei informiert.
Der aus Eisen geformte, fünf Meter lange Schriftzug mit den zynischen Worten "Arbeit macht frei" war am 18. Dezember gestohlen worden. Wenige Tage später fand die Polizei den in drei Teile zerlegten Schriftzug in Nordpolen und nahm fünf polnische Verdächtige fest. Ende Januar erhielt das Auschwitz-Museum den Schriftzug zurück.
Der Diebstahl hatte in Polen, Deutschland, Israel und in jüdischen Gemeinden in aller Welt Empörung ausgelöst. Im NS-Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau wurden zwischen 1940 und 1945 etwa 1,1 Millionen Menschen, davon eine Million Juden, ermordet.
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