Irak: Verschleppte britische Geisel freigelassen
zuletzt aktualisiert: 30.12.2009 - 19:20London (RPO). Mehr als zweieinhalb Jahre nach seiner Entführung im Irak ist der britische Computerexperte Peter Moore auf freiem Fuß. Wie der britische Außenminister David Miliband am Mittwoch in London bekanntgab, übergaben die Geiselnehmer Moore den irakischen Behörden.
Der 36-Jährige befinde sich derzeit in der britischen Botschaft in Bagdad, es gehe ihm angesichts seiner langen Gefangenschaft bemerkenswert gut. Moore habe "entsetzliche zweieinhalb Jahre des Elends, der Angst und der Ungewissheit erlebt", sagte Miliband. Er sei jedoch wohlauf. Premierminister Gordon Brown reagierte "erleichtert" auf die Nachricht. Er sei sich sicher, dass die "gesamte Nation" sich gemeinsam mit Moore und seiner Familie über dessen Rückkehr freuen werde.
Der Computerexperte Moore aus dem ostenglischen Lincoln und seine vier Leibwächter waren im Mai 2007 aus dem Finanzministerium in Bagdad verschleppt worden. Moore hatte in der irakischen Hauptstadt für die US-Beratungsfirma BearingPoint gearbeitet. Seine Bodyguards waren bei der kanadischen Sicherheitsfirma GardaWorld angestellt. Im Juni dieses Jahres wurden den britischen Behörden die Leichen von zwei der vier verschleppten Sicherheitsleute übergeben. Kurz darauf teilte Brown mit, dass die Entführer vermutlich auch die beiden anderen Leibwächter getötet hätten.
Ein irakischer Regierungssprecher sagte, Moores Freilassung sei Teil von Bagdads "Bemühungen zur nationalen Versöhnungen". Zu dessen Entführung hatte sich der Bund der Tugendhaften bekannt, die sich vom bewaffneten Arm der Bewegung des schiitischen Predigers Moktada Sadr abgespalten hatte. Führer der Gruppe ist der im US-Gefangenenlager Cropper in Bagdad inhaftierte Scheich Kais Chasali.
Im März hatte der Bund der Tugendhaften seine Bereitschaft erklärt, ihre fünf Geiseln gegen zehn ihrer von der US-Armee gefangen genommenen Führer auszutauschen. Der Ausschuss für nationale Versöhnung hatte am 1. April beschlossen, den Bund in sein Dialogprogramm aufzunehmen, weil dieser den Wunsch geäußert habe, "sich am politischen Prozess zu beteiligen".
Auch Deutsche wurden im Irak in den vergangenen Jahren Opfer von Geiselnahmen. Die im Irak lebende Hannelore Krause und ihr Sohn Sinan wurden im Februar 2007 aus ihrem Haus in Bagdad entführt. Die Mutter kam im Juli desselben Jahres frei, das Schicksal ihres Sohnes ist ungewiss.
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