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Schweres Erdbeben in Neuseeland: Verschüttete Kinder warten auf Rettung

zuletzt aktualisiert: 22.02.2011 - 13:03

Christchurch (RPO). Ein starkes Erdbeben der Stärke 6,3 hat in der neuseeländischen Metropole Christchurch mindestens 65 Menschen das Leben gekostet und schwere Zerstörungen angerichtet. In dem Gebiet, das bei Austauschschülern aus aller Welt beliebt ist, wurden auch Kinder verschüttet.

Nach dem schweren Erdbeben in Neuseeland waren am Dienstag noch mehrere Menschen in eingestürzten Gebäuden eingeschlossen. Unter ihnen war auch eine Gruppe Austauschschüler aus Japan, wie der Direktor der Sprachschule in Toyama in Westjapan, Hisao Yoshida, erklärte.

Die 21 Schüler und zwei Lehrer hätten gerade in der Cafeteria der Schule gesessen, als die Erde bebte, sagte Yoshida. Eine Lehrkraft und zwei Schüler hätten es ins Freie geschafft.

Keine Informationen über Schüler-Schicksal

Die andere Lehrerin informierte den Angaben zufolge über ihr Mobiltelefon ihre Familie in Japan, dass sie zusammen mit sieben Schülern in den Trümmern eingeschlossen sei. Über das Schicksal der zwölf weiteren Schüler war zunächst nichts bekannt.

Die Zahl der Todesopfer von derzeit 65 könne noch weiter steigen, sagte Ministerpräsident John Key vor Journalisten. Es war bereits das zweite größere Beben in Christchurch innerhalb von fünf Monaten. Etliche Gebäude stürzten ein, Autos wurden unter Trümmern begraben. Mehrere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Im Fernsehen war zu sehen, wie Helfer mehrere Schwerverletzte aus den Trümmern zogen.

Auf Live-Videoaufnahmen war zu sehen, wie mehrstöckige Häuser in sich zusammenfielen. Gebäudeteile krachten auf die Straßen, die mit Backsteinen und Trümmern übersät waren. Auf Straßen und Bürgersteigen traten Risse auf, und tausende verzweifelte Einwohner liefen in Panik durch die Straßen. Augenzeugen sagten, die Kathedrale der Stadt sei zerstört worden.

Dutzende Menschen saßen laut Fernsehberichten noch in Bürotürmen fest, andere hatten auf Hausdächern Zuflucht gesucht. Betroffen war auch eine Gruppe Austauschstudenten aus Japan, wie der Direktor der Sprachschule in Toyama in Westjapan, Hisao Yoshida, erklärte. Ein Schüler habe sich ein Bein gebrochen. Aus Behördenkreisen in Toyama verlautete, neun Schüler und die beiden Lehrer seien in Sicherheit, zwölf seien aber möglicherweise noch in dem Schulgebäude gefangen.

Bürgermeister verhängt Ausnahmezustand

Der Flughafen von Christchurch wurde geschlossen, und das Krankenhaus wurde vorübergehend evakuiert. Strom- und Telefonleitungen wurden gekappt und Wasserrohre beschädigt, einige Straßen wurden überschwemmt. Über mehreren Stadtteilen waren graue Rauchschwaden zu sehen.

Der Bürgermeister von Christchurch, Bob Parker, verhängte nach dem Beben kurz vor 13.00 Uhr den Ausnahmezustand und rief die Einwohner auf, die Innenstadt zu räumen. Die Polizei teilte in einer Erklärung mit, zwei Busse seien von herabfallenden Gebäudeteilen zertrümmert worden. Außerdem gebe es Berichte über mehrere Brände und Menschen, die in den brennenden Häusern eingeschlossen seien.

Erdbeben erschüttert Christchurch
Landkarte von StepMap
StepMapErdbeben erschüttert Christchurch


Zwei starke Nachbeben

Das Zentrum des Erdstoßes lag fünf Kilometer von Christchurch entfernt in vier Kilometern Tiefe, wie der Geologische Dienst der USA mitteilte. Kurz darauf kam es binnen zwei Stunden zu zwei starken Nachbeben mit der Stärke 5,6 und 5,5.

Die Stadt ist seit einem Erdbeben der Stärke 7,1 im September vergangenen Jahres von hunderten Nachbeben erschüttert worden. Bei dem Erdstoß vom 4. September entstand ein Milliardenschaden an mehreren hundert Gebäuden, und einige Menschen wurden verletzt. Ums Leben kam aber niemand.

Christchurch ist mit 350.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Neuseelands. Sie ist bei Urlaubern beliebt als Tor zur Südinsel.

Jährlich mehr als 14.000 Erdstöße

Neuseeland liegt im pazifischen Feuergürtel, auch Ring aus Feuer genannt, einer Zone reger Vulkantätigkeit. Dort ereignen sich etwa 90 Prozent aller Erdbeben weltweit. Jedes Jahr kommt es zu mehr als 14.000 Beben, von denen aber nur etwa 150 zu spüren sind. Weniger als zehn richten Schäden an.

Quelle: RTR/dapd/pst

 
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