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Verschwundene Maddie
Chefermittler muss Familie 500.000 Euro zahlen

So könnte Madeleine McCann heute aussehen
So könnte Madeleine McCann heute aussehen FOTO: dpa, Teri Blythe
London. 2008 verschwand Maddie McCann aus einem Hotel in Portugal. Bis heute ist sie verschwunden. Der portugiesische Chefermittler Goncalo Amaral hatte Zweifel an der Geschichte der Eltern und schrieb darüber in seinem Buch. Maddies Eltern verklagten ihn – mit Erfolg.

Weil er den Eltern der verschwundenen Maddie McCann in einem Buch vorgeworfen hat, die Leiche ihrer Tochter versteckt zu haben, muss der frühere portugiesische Chefermittler Goncalo Amaral 500.000 Euro Schadenersatz zahlen. Mit dem Urteil ging am Dienstagabend ein Verleumdungsprozess zu Ende, den Kate und Gerry McCann wegen des 2008 erschienenen Buches "Die Wahrheit über die Lüge" gegen Amaral geführt hatten. Sie seien "sehr erfreut" über den Ausgang, ließ das Paar erklären.

Madeleine McCann war 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus der Ferienwohnung der Familie im Süden Portugals verschwunden, während ihre Eltern in einem Restaurant in der Nähe zu Abend aßen. Die Polizei vermutet eine Entführung, schließt aber auch andere Möglichkeiten nicht aus. Amaral leitete die Ermittlungen in Portugal. In seinem Buch mutmaßt er, das Kind sei bei einem Unfall ums Leben gekommen, und die Eltern hätten dies geheim gehalten.

Polizei sucht nach neuen Spuren im Fall Maddie FOTO: dpa, bjw ks

Das Gericht in Lissabon verurteilte ihn nun, an beide Eltern je 250.000 Euro Wiedergutmachung zu zahlen. Überdies müssen alle noch verfügbaren Ausgaben des Buches aus dem Verkehr gezogen werden, eine neue Auflage darf es nicht geben. Auch in Dokumentationen oder Sendungen darf nicht auf das Buch zurückgegriffen werden.

In Portugal waren die Ermittlungen nach 14 Monaten eingestellt worden - wurden fünf Jahre später aber wieder aufgenommen. Die britische Polizei eröffnete im Juli 2013 eigene Ermittlungen. "Noch immer wird ein unschuldiges kleines Mädchen vermisst", erklärten die McCanns. "Und die Verantwortlichen für die Entführung sind nicht gefasst."

(AFP)
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