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Prozess gegen Musikproduzent Phil Spector: Verteidigung treibt Belastungszeugen in die Enge

zuletzt aktualisiert: 24.05.2007 - 11:23

Los Angeles (RPO). Im Mordprozess gegen den US-Musikproduzenten Phil Spector hat die Verteidigung versucht, den Hauptbelastungszeugen zu verunsichern.

Der ehemalige Chauffeur von Musikproduzent Phil Spector äußerte sich in dem Mordfall.  Foto: POOL, AFP
Der ehemalige Chauffeur von Musikproduzent Phil Spector äußerte sich in dem Mordfall. Foto: POOL, AFP

Spectors ehemaliger Chauffeur Adriano DeSouza räumte am Montag vor Gericht im kalifornischen Los Angeles ein, er habe der Polizei in seiner ersten Aussage gesagt, einen entscheidenden Satz seines Ex-Arbeitgebers in der Nacht zum 3. Februar 2003 nicht richtig verstanden zu haben.

Spector wurde am Tag des 3. Februar 2003 als Verdächtiger in einem Mordfall festgenommen, nachdem die Leiche der Schauspielerin Lana Clarkson in seinem Schloss Pyrenees Castle in Kalifornien gefunden worden war. Am 20. November 2003 wurde Phil Spector wegen Mordes angeklagt. Der mehrmals verschobene Prozess begann am 19. März 2007.

Die Anklage wirft dem als äußerst exzentrisch geltenden Spector vor, die Schauspielerin in seinem Haus durch einen Schuss in den Mund umgebracht zu haben. Spector bestreitet die Vorwürfe und gibt an, Clarkson habe sich versehentlich selbst erschossen. In dem Prozess haben bereits mehrere weibliche Zeugen von Gewaltausbrüchen des 67-Jährigen berichtet. Spector gilt als einer der einflussreichsten Produzenten im Bereich der Rock- und Popmusik, er arbeitete unter anderem mit den Beatles, Tina Turner und den Ronettes zusammen.

Letztlich blieb der Chauffeur jedoch bei seiner Aussage, Spector sei damals mit einer Waffe in der blutigen Hand aus seiner Villa gekommen und habe zu ihm gesagt: "Ich glaube, ich habe jemanden getötet." Der Produzent ist des Mordes an der Schauspielerin Lana Clarkson angeklagt. 

Spectors Anwalt Bradley Brunon legte dem ein polizeiliches Protokoll vor, aus dem hervorgeht, dass DeSouza wegen seiner schlechten Englischkenntnisse nicht sicher war, was genau Spector zu ihm sagte. Demnach sagte der aus Brasilien stammende Fahrer 2003 zu Ermittlern auf die Frage, ob er sich an die genauen Worte Spectors erinnere, geantwortet: "Ich glaube, ich bin nicht sicher. Es liegt an meinem Englisch."

Der Anwalt zitierte vor Gericht zudem ein weiteres Protokoll, in dem der Zeuge von Spector das Wort "erschossen" statt "getötet" gehört haben will. Auf die Frage des Verteidigers, ob sein Mandant auch "Ich glaube, jemand ist getötet worden" gesagt haben könne, antwortete allerdings DeSouza mit einem klaren "Nein". Phil Spector produzierte in den 60er und 70er Jahren Bands wie die Beatles und die Ramones oder Sänger wie George Harrison und Leonard Cohen.

Quelle: afp

 
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