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Auf dem Weg von Afrika nach Europa
Viele Flüchtlingskinder Opfer von Gewalt

Viele Flüchtlingskinder Opfer von Gewalt
Gerettete Flüchtlinge auf Schiffen im Mittelmeer. FOTO: ap, EM
Brüssel/New York. Drei Viertel aller minderjähriger Flüchtlinge auf dem Weg von Afrika nach Europa werden missbraucht oder ausgebeutet.

Das geht aus einem am Dienstag in New York und Brüssel veröffentlichten Bericht der Kinderhilfsorganisation Unicef und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hervor.

Für Kinder, die aus Subsahara-Afrika stammten sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie Opfer von Gewalt würden 83 Prozent höher als für Erwachsene.

"Die erschütternde Realität ist, dass es inzwischen übliche Praxis ist, dass Kinder auf der Mittelmeerroute Missbrauch, Menschenhandel, Gewalt und Diskriminierung ausgesetzt sind", sagte Unicef-Regionaldirektor Afshan Khan.

Afrikanische Kinder sind nach dem Bericht stärker betroffen als solche aus anderen Krisenregionen, wofür Rassismus wohl die Ursache sei. Die EU-Regierungschefs rief er zur Schaffung legaler Fluchtrouten mit Schutzkorridoren sowie einer Alternative zum Wegsperren von Flüchtlingskindern in Lagern auf.

Auch IOM-Europadirektor Eugenio Ambrosi forderte Maßnahmen zum Schutz der Schwächsten unter den Migranten, unabhängig von ihrem Flüchtlingsstatus. Ohne die Einrichtung regulärer Migrationsmöglichkeiten blieben auch andere Maßnahmen relativ erfolglos. Beide Hilfsorganisationen riefen zu grenzüberschreitenden Anstrengungen gegen Menschenhandel und Ausbeutung sowie Diskriminierung von Flüchtlingen auf.

Der Bericht basiert auf Interviews mit 22.000 Migranten und Flüchtlingen, die von der IOM durchgeführt wurden. Darunter waren auch 11.000 Kinder.

 

(csr/KNA/dpa)
 
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