| 17.58 Uhr

Rettungsaktion in Gaza
Löwenjunge stecken an der Grenze fest

Gazastreifen: Familie nimmt Löwenbabys bei sich auf
Gazastreifen: Familie nimmt Löwenbabys bei sich auf FOTO: afp, SK/mcp
Gaza-Stadt. Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten holte die beiden Löwenjunge aus einem Privathaushalt, um ihnen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Doch die Rettungsaktion stockt.

Zwei Löwenjunge stecken auf ihrem Weg in ein Tierschutzreservat im Niemandsland zwischen Israel und dem Gazastreifen fest. Mitarbeiter der Tierschutzorganisation Vier Pfoten holten die beiden Löwen am Freitag von ihrem palästinensischen Besitzer ab, konnten aber wegen der abendlichen Schließung der Grenze nicht vom Gazastreifen nach Israel gelangen. Und auch Grenzwächter der radikalislamischen Hamas ließen sie nicht mehr zurück.

Der israelische Grenzschutz erklärte, der Transport sei zu spät und unangekündigt gekommen.

Der Palästinenser Saed Eldin al-Dschamal hatte die damals einen Monat alten Löwengeschwister namens Mona und Max im vergangenen Jahr vom Zoo in Gaza gekauft, der durch den Krieg zwischen Israel und der Hamas schwer beschädigt worden war. Seither hatten die Löwen bei seiner Familie in einem einzelnen Raum im Flüchtlingslager in Rafah gewohnt und ihn und seine Kinder und Enkelkinder an den Strand und zu Spaziergängen begleitet.

Als Al-Dschamal die Löwen am Freitag an Amir Chalil von Vier Pfoten übergab, brach er in Tränen aus. Chalil betonte, die Tiere sollten nicht auf Fliesen schlafen, sondern auf Gras oder Sand. Vier Pfoten will die beiden Löwen in einem Tierschutzreservat in Jordanien unterbringen.

Die Organisation hatte Al-Dschamal monatelang zur Aufgabe der Tiere überredet. Weil sie immer größer wurden und auch die Gefahr eines Angriffs auf Menschen stieg, erklärte er sich schließlich bereit, sie gegen eine Zahlung von 2500 Dollar zu "spenden".

(ap)
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