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indonesien vulkan ap panorama
  Foto: AP, AP
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Vulkanausbruch in Indonesien: Vom Himmel regnet es tödliche Asche

zuletzt aktualisiert: 27.10.2010 - 12:24

Jakarta (RPO). Gasströme, Feuer und tödliche Asche: Auf der indonesischen Insel Java hat der Ausbruch des Merapi das umliegende Land mit Tod und Verwüstung überzogen. Menschen und Tiere verbrannten. Das von Asche bedeckte Land sieht aus wie eine Mondlandschaft. Experten sind besorgt. Möglicherweise war das nur der Anfang.

Seit dem Ausbruch des Vulkans Merapi sind auf der indonesischen Insel Java 28 Menschen getötet worden. Die meisten Opfer seien zum Teil bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, wurde am Mittwoch offiziell mitgeteilt. Fotos aus dem Unglücksgebiet zeigen totes Vieh vor den zerstörten Höfen. Alles ist von einer weiß-grauen Ascheschicht bedeckt. Mehr als 11.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

Am Unglückstag stieß der Vulkan drei Mal Rauch und Asche bis in 1500 Meter Höhe aus. Zahlreiche Bäume stürzten um und blockierten die südliche Zufahrtstraße. Die Behörden befürchten, dass die Zahl der Opfer weiter steigen könnte, da viele Einwohner nicht mehr flüchten konnten.

Auch der Wächter des Vulkans ist tot

Wie am Mittwoch bekannt wurde, zählt auch Großvater Marijan, der in Indonesien verehrte Wächter des Vulkans, zu den Toten. Seit Jahren hat er auf den Merapi aufgepasst. Die Leiche des fast 80-jährigen Mannes wurde am Mittwoch aus den Trümmern seines Hauses geborgen. Sie war laut Medienberichten mit Asche überzogen. Der Großvater habe die Anordnung der Behörden bewusst missachtet, berichtete ein Helfer einem AFP-Reporter vor Ort.

Bis zu seinem Tod soll er in Gebetshaltung ausgeharrt haben, um den Vulkan doch noch zu beruhigen. Derartige Gebete hielt Großvater Marijan immer wieder ab. Seit Jahren führte er die spirituellen Veranstaltungen an, mit denen die Einheimischen den Vulkan besänftigen wollten. Nun hat der Vulkan seinen Wächter getötet. 

Experten schlagen Alarm

Experten zeigen sich tief beunruhigt. Die größte Sorge gilt dem steigenden Druck unter dem riesigen Lavadom, wie der Vulkanologe Surono sagte. "Die Energie baut sich auf", sagte er. "Wir hoffen, dass sie langsam entweicht." Andernfalls stehe eine heftige Eruption bevor - "größer als alles, was wir in den vergangenen Jahren gesehen haben". Der Merapi zählt zu den gefährlichsten der 129 aktiven Vulkane in Indonesien.

Der in der Nähe der Großstadt Yogyakarta gelegene Merapi zählt zu den aktivsten Vulkanen der Inselrepublik. zählt. Am Dienstag war er ausgebrochen. Für Indonesien ist es bereits die zweite Naturkatastrophe innerhalb nur weniger Tage. Am Dienstag hatte bereits ein Tsunami an der Westküste des Landes mindestens 154 Menschen in den Tod gerissen und etliche Dörfer zerstört. Hunderte weitere Menschen werden noch vermisst. Der Tsunami war einem Erdbeben der Stärke 7,5 gefolgt, das am Montag die Region erschüttert hatte.

"Eine weiße Wand"

Die indonesischen Behörden hatten eine Tsunami-Warnung für die Gegend nach kurzer Zeit wieder aufgehoben - das Pazifik-Tsunami-Warnzentrum erklärte jedoch später, das Beben habe "eine riesige Flutwelle ausgelöst". Auf Südpagai, einer der Mentawai-Inseln, schossen die Flutwellen nach Behördenangaben 600 Meter weit ins Landesinnere.

Eine Gruppe von neun vermissten Australiern tauchte inzwischen wieder auf. Die Surfer seien wohlauf, erklärten die indonesischen Behörden am Mittwoch. Eine andere australische Reisegruppe, die während des Bebens in einer Bucht auf einem Boot unterwegs war, beschrieb den Tsunami als "weiße Wand". Nach 20 bis 30 Minuten habe sich die Flutwelle zurückgezogen; die Urlauber überlebten alle.

Obama bestürzt

US-Präsident Barack Obama äußerte sich bestürzt über den "Verlust von Menschenleben, die Verletzungen und Schäden". Die USA stünden bereit für "jegliche Art der Hilfe", erklärte Obama in Washington. Der Präsident, der als Kind einige Jahre in Indonesien lebte, will das Land kommenden Monat besuchen.

Indonesien befindet sich auf dem sogenannten pazifischen Feuerring, wo sich jährlich hunderte Erdbeben ereignen. Bei der Tsunami-Katastrophe Ende 2004 wurden in mehreren Küstengebieten des Indischen Ozeans mehr als 220.000 Menschen getötet. Am schlimmsten betroffen war Indonesien mit 168.000 Toten.

Quelle: AFP/RTR/AP

 
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