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Vor Libyen
Deutsche Marine rettet 140 Flüchtlinge im Mittelmeer

In eigenen Worten: Flüchtlinge berichten über ihre Flucht
In eigenen Worten: Flüchtlinge berichten über ihre Flucht FOTO: rp
Berlin. Deutsche Marinesoldaten haben am Samstag 140 Flüchtlinge vor der libyschen Küste aus Seenot gerettet. Nach Angaben der Bundeswehr wurden die Menschen an Bord des Tenders "Werra" gebracht.

Sie sollten auf die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa gebracht werden. Das Schlauchboot sei als Schifffahrtshindernis eingestuft und versenkt worden. Seit Anfang Mai retteten Soldaten der Deutschen Marine bereits mehr als 8100 Flüchtlinge aus Seenot.

Nach dem Tod von rund 700 Flüchtlingen bei einem Schiffsunglück vor der libyschen Küste hatte die EU im Mai einen Drei-Stufen-Plan zur Bekämpfung krimineller Schleuser beschlossen. Derzeit läuft die erste Phase, in der zunächst Informationen über die Schleppernetzwerke gesammelt wurden - dabei beteiligt sich Deutschland mit zwei Schiffen.

Am 7. Oktober soll die zweite Phase des Militäreinsatzes gegen Schlepper im Mittelmeer beginnen. Dann sollen Schiffe von Schleusern auf hoher See aufgebracht, gegebenenfalls zerstört und Schleuser festgenommen werden. Der Bundestag soll Anfang Oktober über den erweiterten Einsatz abstimmen.

Nach bisherigen militärischen Planungen will die EU im ausgeweiteten Kampf gegen die Schleuser sieben Kriegsschiffe, einen Flugzeugträger als Befehlszentrale sowie U-Boote, Drohnen, Hubschrauber und Flugzeuge einsetzen. Deutschland will sich weiter mit zwei Schiffen beteiligen.

In libyschen Hoheitsgewässern werden die Marineeinheiten auch in der ausgeweiteten Phase nicht eingesetzt. Dazu wäre ein UN-Mandat nötig, auf das die Europäer seit Monaten vergeblich hoffen.

(AFP)
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