Kaum Überlebenschancen: Walbaby verwechselt Jacht mit Mutter
zuletzt aktualisiert: 19.08.2008 - 07:05Sydney (RPO). Ein verlassenes Walbaby hat sich vor der Küste Australiens an eine Jacht geheftet, die es Medienberichten zufolge offenbar für seine Mutter hält. Das ein bis zwei Monate alte Buckelwal-Kalb soll versucht haben, an dem Schiff zu saugen. Nach Einschätzung von Experten hat das Kalb kaum Überlebenschancen.
Wie die Sender ABC und Channel 10 berichteten, schleppten Rettungskräfte das Schiff ins Meer, und das Walbaby löste sich schließlich davon, blieb jedoch in der Nähe. Das Kalb wirkt den Berichten zufolge erschöpft. Die Rettungskräfte hoffen aber, dass es weiter ins Meer schwimmen und nach seiner Mutter oder anderen Walen suchen wird. "Die Aussichten sind nicht gut, aber wir geben dem Kalb seine einzige Chance", sagte ein Sprecher der Naturschutzbehörde, Chris McIntosh, dem Radiosender ABC. Da das Jungtier noch nicht abgestillt sei, könne es nicht gefüttert werden.
Das verlassene Walkalb hat nach Einschätzung von Experten aber nur geringe Überlebenschancen. Es sei "eine Frage von Tagen", sagte ein Sprecher der Naturschutzbehörden von New South Wales am Dienstag. Die Prognose sei "sehr düster", weil der ein bis zwei Monate alte Buckelwal nicht lange ohne Muttermilch überleben könne, sagte John Dengate dem Fairfax Radio Network.
Das Jungtier kann nicht gefüttert werden. Seine einzige Chance besteht darin, dass es von einer anderen Walkuh angenommen und gesäugt wird. Der kleine Buckelwal wurde erstmals am Sonntag nördlich von Sydney gesichtet. Er heftete sich an eine Jacht, die er offenbar irrtümlich für seine Mutter hielt, und versuchte sogar, an dem Boot zu saugen. Am Montag löste sich das sichtlich erschöpfte Walkalb zwar von der Jacht, schwamm dann aber nicht weiter ins offene Meer, sondern kehrte am Dienstag in eine kleine Bucht bei Sydney zurück.
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