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Auch Mammutwälder bedroht
Waldbrände in Kalifornien fordern weitere Todesopfer

Schwere Waldbrände in Kalifornien
Schwere Waldbrände in Kalifornien FOTO: afp, JE/RAB
Sacramento. Bei den verheerenden Waldbränden in Kalifornien sind zwei weitere Menschen ums Leben gekommen. Das bestätigte die Brandschutzbehörde Cal Fire. Seit Wochen sind die Feuerwehrkräfte im Norden des dürregeplagten US-Bundesstaats im Einsatz gegen die Brände. Auch ein Wald Mammutbäume ist bedroht.

Wie die Zeitung "Los Angeles Times" am Donnerstag berichtete, hatten sich zwei Männer geweigert, ihr Haus zu verlassen und fielen so dem Feuer zum Opfer. Ihre Leichen wurden südöstlich von Sacramento gefunden. Schon am Montag war eine 72-jährige Frau in den Bränden umgekommen.

Leichte Regenfälle erleichterten den Einsatzkräften am Mittwoch den Kampf gegen die Flammen. Doch auf weitere Regenschauer können die Helfer nicht hoffen. "Es wird wieder heiß und trocken, und das Ganze fängt vielleicht wieder von vorne an", sagte Einsatzleiter Robert Michael. Über 1000 Gebäude wurden bereits zerstört, rund 23 000 Menschen mussten evakuiert werden.

Nationalparks durch Feuer gefährdet

Die Brände bedrohen seit kurzem auch einen Wald gigantischer Mammutbäume. Die Feuerwehr tue alles, um die Flammen von den Bäumen im King's Canyon Nationalpark und Sequoia National Forest fernzuhalten, sagte Feuerwehrsprecher Mike Theune am Dienstag. Besondere Sorge gilt dem "General Grant", dem mit 81,6 Metern zweithöchsten Mammutbaum der Welt.

Er werde rund um die Uhr bewacht und die Erde um ihn herum mit Wasser besprüht, sagte Theune. Auch um den sechsthöchsten Mammutbaum "Boole Tree" sei eine Bewässerungsanlage installiert worden. "Wir haben einige der besten Feuerwehrmänner der Welt mobilisiert, um diese nationalen Schätze zu schützen", fügte Theune hinzu.

Die Mammutbäume gehören zu den größten Touristenattraktionen der Region. Kleinere Feuer sind für den Bestand nützlich, weil so konkurrierende Pflanzen vernichtet werden. Zudem öffnen sich die Zapfen durch die Hitze, so dass die Samen der Bäume sich verstreuen können. Aber die Hitze, die das derzeit wütende "Rough Fire" verbreite, sei für die Baumgiganten zu groß, sagte Theune.

Tausende Einsatzkräfte kämpfen gegen die "Monsterbrände"

Der Waldbrand - einer von mehreren, die Kalifornien derzeit heimsuchen - hat schon mehr als 56.000 Hektar Wald nahe den Sequoia und King's Canyon National Parks vernichtet. Mehr als 3700 Feuerwehrleute sind im Einsatz, um die Flammen zu löschen.

Weiter nördlich kämpfen tausende Einsatzkräfte gegen die Monsterbrände "Valley Fire" rund 160 Kilometer westlich und "Butte Fire" rund 160 Kilometer östlich der kalifornischen Hauptstadt Sacramento. Besonders das "Valley Fire" bereitet den Behörden große Sorgen, weil es so schwierig einzudämmen ist. In der Region sind immer noch rund 9000 Häuser von der Zerstörung bedroht. Mehr als 23.000 Menschen mussten vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden. Mindestens ein Mensch kam ums Leben, mehr als 700 Häuser wurden zerstört.

Keine Rückkehr zum Haus: Angst vor Plünderern

In Lake County gelangten einige Bewohner zurück in ihr kleines Dorf Middletown, das so gut wie vollständig abgebrannt ist. Offiziell war das zuvor evakuierte Gebiet noch nicht wieder zugänglich. Es sei nicht zu kontrollieren, wenn einige Leute heimlich zurückkämen, um nach ihren Häusern zu sehen oder vermeintlich wichtige Dinge zu holen, sagte Feuerwehrsprecher Fernando Herrea. Aus Angst vor Plünderern sperrte die Polizei am Abend Middletown ab und patrouillierte auf den Straßen.

Zwar herrschte inzwischen kühleres und feuchteres Wetter, aber gleichzeitig wurde der Wind stärker und sorgte für stets wechselnde Feuerfronten. Gouverneur Jerry Brown rief in den von insgesamt zwölf größeren Bränden betroffenen Regionen den Notstand aus. Verschont blieb bis jetzt die berühmte Weinbaugegend Napa Valley. "Wir haben großes Glück gehabt", sagte Cate Conniff, Sprecherin der dortigen Winzer.

Nach vier Jahren Rekorddürre erlebt der Westen der USA in diesem Sommer besonders viele und heftige Waldbrände. Außer in Kalifornien wüten Großfeuer unter anderem in den Bundesstaaten Washington und Oregon. Rund 30.000 Feuerwehrleute wurden mobilisiert. 2015 droht, zum traurigen US-Rekordjahr der Wald- und Buschfeuer zu werden - sowohl in Bezug auf die Kosten als auch auf die Größe der verbrannten Fläche.

(dpa/AFP)
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