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Waldbrände in Kanada
Tausende Einwohner aus brennender Geisterstadt gerettet

Riesige Zerstörung durch Waldbrände in Kanada
Riesige Zerstörung durch Waldbrände in Kanada FOTO: afp, so
Edmonton . Die Waldbrände in Kanadas Provinz Alberta wüten unvermindert weiter. Aber Tausenden Menschen, die nördlich der Stadt Fort McMurray vom Feuer eingeschlossen waren, ist jetzt die Flucht in die Sicherheit gelungen.

Drei Tage sind sie vom Feuer eingeschlossen gewesen. Jetzt haben sich Tausende Evakuierte der Stadt Fort McMurray in Kanadas Ölprovinz Alberta endlich in Sicherheit bringen können. Von der kanadischen Polizei begleitet, traten sie am Freitag ihren Weg vom Norden der Stadt durch das immer noch brennende Fort McMurray in den Süden an. Anderen stand die Flucht aus dem Flammen-Inferno noch bevor.

Auf Fernsehbildern waren Kolonnen aus jeweils 50 Pkw auf ihrem Weg durch die teilweise zerstörte Stadt zu sehen, die in der Nacht zum Mittwoch vollständig evakuiert worden war. An den Kreuzungen postierten sich Polizisten, um zu verhindern, dass die Einwohner von der vorgegebenen Route abweichen, um Habseligkeiten aus ihren Häusern zu retten. Über der Stadt kreisten drei Armeehubschrauber, um Alarm zu schlagen, falls die Flammen dem Highway 63 zu nahe kommen sollten.

In Panik in falsche Richtung geflüchtet

Die Flucht durch die brennende Geisterstadt sei eine "schreckliche Erfahrung" gewesen, sagte Margarita Carnicero, die mit ihrer Tochter als eine der ersten die Ortschaft Wandering River 200 Kilometer südlich von Fort McMurray erreichte. "Ich hatte Angst, aber ich habe versucht, sie nicht zeigen, um meine Tochter nicht zu verängstigen."

Nach Angaben des Fernsehsenders CTV hatten ursprünglich 25.000 Bewohner der Stadt in ihrer Panik die falsche Richtung gewählt. Sie flüchteten in den Norden, als Fort McMurray evakuiert wurde. Die Straßen gen Süden waren verstopft, und die Feuerwalze mit ihren dichten Rauchschwaden rückte immer näher. Dann fraß sich das Feuer durch die Stadt, vernichtete Hunderte von Wohnhäusern und schnitt den Evakuierten im Norden den Weg ab.

Noch immer brennt es an vielen Stellen in der kanadischen Provinz Alberta FOTO: ap

Am Freitag drehte sich der Wind in Richtung Südosten und bot den Rettungskräften der Provinz Gelegenheit, die Eingeschlossenen über die einzige Durchgangsstraße der Stadt in den Süden zu lotsen. Zuvor waren laut CTV bereits 7000 Menschen ausgeflogen worden, die in den Lagern für Arbeiter der Ölförderindustrie vorübergehend untergekommen waren.

Warten auf Regen

"Die Lage in der Stadt hat sich etwas beruhigt. Aber wir haben immer noch Männer im Einsatz, die das Feuer bekämpfen und unser Eigentum vor Schaden zu bewahren versuchen", teilte der Chef von Fort McMurrays Feuerwehr, Darby Allen, mit. "Das Ungeheuer (von Feuer) ist noch immer da. Es umzingelt unsere Stadt, und wir tun alles, was wir können, für euch". 

Die massiven Waldbrände könnten sich dennoch am Samstag auf die doppelte Fläche ausweiten. Das befürchtete Albertas oberster Waldbrandschützer Chad Morrison am Freitag. Erneut sei ein warmer Tag mit sehr trockenen Bedingungen und starken Winden vorhergesagt worden. Der Kampf gegen das Feuer sei so unmöglich zu gewinnen. Dazu brauche es dringend Regen, den es seit zwei Monaten nicht mehr in der Region gegeben habe, so Morrison.

(crwo/dpa/ap/afp)
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