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Waldbrände in Kalifornien
Familie findet totgeglaubten Hund wieder

Waldbrand in Kalifornien: Familie findet totgeglaubten Hund wieder
Jack Weaver (l.) und Patrick Widen mit Izzy. FOTO: ap, JC DD
Santa Rosa. Das Haus der Familie Weaver wird bei einem Waldbrand im Norden Kaliforniens komplett zerstört. Doch dann kommt plötzlich ein totgeglaubtes Familienmitglied dahergelaufen.

Jack Weaver und sein Schwager Patrick Widen wollten Weavers Mutter Katherine die traurige Aufgabe ersparen, den toten Körper des geliebten Familienhunds Izzy zu bergen. Denn Katherine Weaver war sich sicher, dass Izzy bei einem Waldbrand getötet worden war, der ihr Viertel im Norden Kaliforniens verwüstete.

Also liefen die beiden Männer um Polizeiabsperrungen herum, durch einen Bach und hügelige Straßen hoch, um Izzy zu holen. Als sie das Ende der engen Straße erreichten, sah Jack Weaver, dass das Haus der Familie komplett zerstört war. Doch dann kam plötzlich Izzy munter dahergelaufen.

Jack Weaver hat den Moment der freudigen Wiedervereinigung mit Izzy auf Handyvideo festgehalten. Er hatte für seine Eltern Filmaufnahmen gemacht. Das Video hat auf Facebook für Aufsehen gesorgt. Es bietet inmitten der schweren Waldbrandzerstörung seltene gute Nachrichten. "Sie war sehr glücklich, uns zu sehen", sagte Weaver über Izzy, einen neun Jahre alten Berner Sennenhund. "Sie ist so ein tapferer Hund. Sie hechelte viel und war eindeutig gestresst. Aber sie war nicht außer sich oder so."

Viele ließen ihre Haustiere zurück

Als sie mitten in der Nacht ihr Haus wegen des Waldbrands verlassen mussten, waren die Weavers und viele andere gezwungen, ihre Haustiere zurückzulassen. Entweder, weil sie sie nicht finden konnten oder weil es einfach keine Zeit gab, um sie zu holen. Am Wochenende brannten noch immer Feuer in der Weinbaugegend Kaliforniens. Nach Behördenangaben war es noch zu gefährlich, um in niedergebrannte Viertel der Stadt Santa Rosa zurückzukehren.

Jack Weavers oberste Priorität war es, seiner Mutter zu sagen, dass Izzy überlebt hatte. Er konnte sie, die bei Verwandten wohnte, trotz schlechter Mobilfunkverbindungen erreichen. "Sie ist einfach durchgedreht", erzählte Weaver. Seine Mutter sei erst verzweifelt darüber gewesen, "ihr Zuhause verloren zu haben", dann sei sie "der glücklichste Mensch" gewesen, "den ich jemals erlebt habe. Ich konnte nicht schnell genug nach Hause kommen. Sie war wirklich, wirklich glücklich", sagte er.

Nach Tierarztangaben ging es Izzy gut. Ihr habe wahrscheinlich ihr dickes Fell geholfen, sich vor der starken Hitze des Feuers zu schützen.

Panische Anrufe im Tierheim

In einer Einrichtung für Tiere in Sonoma County kümmern sich Tierärzte und Helfer um 64 Katzen und 44 Hunde, von denen fast alle aus Feuergebieten hergebracht wurden. Katzen haben in der Regel die schwersten Verletzungen, unter anderem leiden sie an den Folgen von eingeatmetem Rauch, verbrannten Pfoten oder angesengtem Fell und Schnurrhaaren. "Die Schwere ist häufig schrecklich", sagte die leitende Tierärztin, Dr. Katie McKenzie.

Tierheimarbeiter aktualisieren jede Stunde ihre Webseite mit Fotos von Haustieren, die sie gerettet haben. Bei ihnen gehen panische Anrufe besorgter Haustierhalter ein, die nach ihren Tieren suchen. 25 Tiere seien mit ihren Besitzern wiedervereint worden, sagte eine Sprecherin des Tierheims, das vom Bezirk betrieben wird, Monica Argenti.

(wer/ap)
 
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