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Fall Amstetten: Warum schon wieder Österreich?

zuletzt aktualisiert: 29.04.2008 - 21:17

Amstetten (RP). Ob Boulevard-Blatt oder seriöse Tageszeitung: Weltweit berichten Medien über den Fall Amstetten. Für Verwunderung sorgt vor allem, warum erneut ein solch drastischer Fall von Kindesmissbrauch nach "Kampusch" in Österreich passiert.

So kommentiert eine belgische Zeitung: „Das kann doch kein Zufall sein. Ist die soziale Kontrolle in dem etwas desolaten Bergland vielleicht geringer, und können Menschen dadurch leichter verschwinden?”

Die polnische Tageszeitung "Dziennik" fragt: "Warum werden in Österreich solche Bestien geboren?"

Auch die Menschen im Land selbst zeigen sich betroffen und versuchen, das grauenhafte Geschehen zu verdauen. In einem Internetforum der österreichischen Boulevardzeitung „Krone” schreibt ein Leser: „Als seinerzeit die schlimmen Fälle in Belgien passierten, dachte ich immer, das ist ein abartiges Volk. Was sage ich jetzt zu meinem eigenen Volk?” Eine schlüssige Antwort darauf zu finden, ist jedoch schwer.

Die „Süddeutsche Zeitung” sucht nach der dunklen Seite der Österreicher, die sich in den Gedichten ihrer Autoren widerspiegle. Etwa in den alptraumartigen Bildern von Gottfried Helnwein, in denen Mädchen das Blut an den Beinen herunterläuft. Die Zeitung verweist auch auf Falco, der in seinem Lied „Jeanny” quasi das Drehbuch für die Tragödie von Kampusch und der Familie F. liefere. Andere Medien spannen den Bogen von Falco zu Freud, der schon früh auf „geheime und perverse” Fantasien aufmerksam machte, und die sich nun scheinbar im eigenen Land erfüllten.

Konfrontiert man Soziologen mit Erklärungsversuchen dieser Art, stößt man auf wenig Verständnis. Bei zwei Fällen könne man kein Muster erkennen, da sind sich viele Experten einig. Soziologe Georg Hansen von der Fern-Uni Hagen warnt: „Man muss sich vor Generalisierungen hüten. Es ist eine zufällige Konstellation. Amstetten kann überall passieren.”

Alles zum Fall von Amstetten lesen Sie hier.


 
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