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Dramatischer Auftakt im Jackson-Prozess: "Was passierte zwischen diesen Bildern?"

zuletzt aktualisiert: 28.09.2011 - 15:16

Los Angeles (RPO). Der Prozess gegen Michael-Jackson-Leibarzt Conrad Murray begann so, wie das Leben des King of Pop endete: überraschend, spektakulär und unheimlich. Die ersten Zeugenaussagen machten deutlich: Es bestanden offensichtlich schon früh Zweifel, dass Jackson den Anforderungen seines geplanten Comebacks körperlich gewachsen war.

Bezirksstaatsanwalt David Walgren begann den Prozess gegen Conrad Murray mit einer Multimedia-Show. Der Ankläger zeigte Richter und Jury eine Aufnahme vom 25. Juni 2009. Zu sehen ist Michael Jackson zusammengekrümmt auf seinem Sterbebett.

Ob Jackson zu diesem Zeitpunkt schon tot war, bleibt unklar. Dann zeigte Walgren ein Bild vom Vortag. Die Aufnahme bildete Jackson beim Proben auf der Bühne ab.

"Was passierte...?"

"Was passierte in den ungefähr zwölf Stunden zwischen den Proben und seinem Tod?“, wollte der Staatsanwalt wissen. Er werde beweisen, dass es die Schuld des Leibarztes sei, dass sich Jacksons Zustand binnen weniger Stunden so dramatisch verschlechtert habe. Murray wird vorgeworfen, dem King of Pop eine Überdosis des Narkosemittels Propofol verabreicht zu haben.

"Michael Jackson hat wortwörtlich sein Leben in die Hände von Conrad Murray gelegt", erklärte der Ankläger weiter. Dieses "falsch gesetzte Vertrauen" habe dem Popstar sein Leben gekostet. Zudem spielte Walgren ein Tonband mit der Stimme Jacksons während der letzten Proben ein. 

Ein anscheinend aufgeregter Jackson sagte damals: "Wir müssen phänomenal sein. Wenn die Menschen diese Show verlassen, wenn die Leute meine Show verlassen, will ich, dass sie sagen: Ich habe so etwas noch nie zuvor in meinem Leben gesehen!"

Choreograph machte sich früh Sorgen

Im Laufe des Dienstags begannen die Zeugenaussagen. Die Staatsanwaltschaft rief zunächst den Choreographen Kenny Ortega in den Zeugenstand. Ortega sagte aus, er habe sich bereits bei den Proben Sorgen über den Zustand von Michael Jackson gemacht. Dies habe er den Organisatoren schriftlich mitgeteilt.

Murrays Anwälte wollen im Laufe des Prozess beweisen, dass Jackson unter dem Druck der bevorstehenden Konzerte schon Monate vor seinem Tod körperlich und psychisch schwer angeschlagen war. Sie halten es für möglich, dass der unter Schlafstörungen leidende Popstar sich die Überdosis des Medikaments selbst verabreicht habe, als der Mediziner nicht im Raum war.

Murray drohen bei einem Schuldspruch bis zu vier Jahre Haft. Zum Auftakt am Dienstag waren auch viele Familienmitglieder im Gericht erschienen. Der Medienrummel war riesig.

Quelle: apd/csi

 
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