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Wie das Warnsystem bei Atomunfällen funktioniert: Was tun wenn's brenzlig wird?

zuletzt aktualisiert: 05.06.2008 - 19:18

Berlin (RPO). Nach dem Zwischenfall im slowenischen Atomkraftwerk in Krsko wurde das europäische Frühwarnsystem ECURIE aktiviert. Entwickelt hat man es als Reaktion auf den Reaktorunfall von Tschernobyl im Jahr 1986. Im Fall einer konkreten Bedrohung werden die Menschen in Deutschland entweder mit Sirenen oder Lautsprecherwagen gewarnt und informiert.

Mit dem Frühwarnsystem ECURIE ("European Community Urgent Radiological Information Exchange") informieren sich bei einem radioaktiven Zwischenfall die 27 Mitgliedstaaten der EU. 

Beschließt ein Mitgliedstaat der EU Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung, so ist er nach diesem System verpflichtet, die Kommission und die Mitgliedstaaten, die betroffen sind oder sein könnten, ebenfalls zu unterrichten. In Deutschland werden das Bundesumweltministerium als zuständige Fachbehörde und das Lagezentrum des Bundesinnenministeriums als "Meldekopf" informiert.

Die Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse INES ("International Nuclear Event Scale") hatte ursprünglich sieben Stufen. Später wurde inoffiziell noch die Stufe 0 für Ereignisse ohne sicherheitstechnische Bedeutung hinzugefügt. Dabei entspricht Stufe 1 einer Störung, Stufe 7 bezeichnet einen "katastrophalen Unfall" mit schwerster Freisetzung von Radioaktivität wie 1986 in

Die EU hat ein ausgeklügeltes Warnsystem, das bei jeder Art von Katastrophe oder Unfall greift. Erste Meldestelle ist das "Monitoring and Information Center" (MIC) in Brüssel die sich um den Schutz der Bevölkerung kümmert. Dort gehen alle Hilfsanforderungen ein. Das MIC informiert im Falle Deutschlands dann die Bundesregierung und das Gemeinsame Lagezentrum des Bundes und der Länder (GMLZ).

Von dort laufen die Informationen dann in das Sofortmeldepostfach und schließlich in die Innenministerien der einzelnen Bundesländer. Diese kontaktieren dann alle betroffenen Ressorts. In Krisenstäben wird dann diskutiert, welche Maßnahmen zu ergreifen sind.

Kommt man dann zu dem Entschluss, dass eine unmittelbare Bedrohung vorliegt, werden die Bürger durch Sirenen auf die Bedrohung aufmerksam gemacht. In Gemeinden, die nicht mit Sirenen ausgestattet sind - vielerorts wurden sie aus Kostengründen abmontiert - übernehmen Lautsprecherwagen diese Funktion. In Rundfunk und Fernsehen gibt es konkrete Handlungsanweisungen, wie beispielsweise "Schließen Sie die Fenster". 

Im Falle Sloweniens kam es nicht soweit. Angeblich gab es keine unmittelbare Bedrohung. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hatte nach dem Vorfall in Slowenien erklärt, die deutschen Behörden hätten beim Wetterdienst angefragt, ob eventuell austretende Radioaktivität vom Wind nach Deutschland getragen werden könne. Auch das Lagezentrum des Bundesinnenministeriums sei informiert gewesen.

Zugleich kritisierte er Medienberichte, nach denen es einen "europaweiten Atomalarm" gegeben habe. Es gebe ein Informationssystem für solche Fälle, mit dem alle zuständigen Behörden unterrichtet würden. Dies als Atomalarm zu bezeichnen, halte er für "ein bisschen überzogen". Immerhin habe man aber feststellen können, dass das System funktioniere.


 
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