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Hohe Polizei-Präsenz: Weitere Ausschreitungen in Kopenhagen verhindert

zuletzt aktualisiert: 04.03.2007 - 13:41

Kopenhagen (RPO). Die dänische Polizei hat in der dritten Nacht nach der Räumung eines Jugendzentrums in der Hauptstadt Kopenhagen weitere Ausschreitungen verhindert. Duch die hohe Präsenz in den Straßen habe sich die Lage weiter beruhigt, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

"Wir können sagen, dass die Nacht ruhiger gewesen ist", sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. Die Polizei war in der Nacht zum Sonntag mit einem massivem Aufgebot in den Straßen der Stadtteile Nörrebro und Christianshavn präsent.

Insgesamt waren seit dem Beginn der Krawalle am Donnerstag rund 700 Menschen kurzzeitig oder länger festgesetzt worden, 100 von ihnen Ausländer. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes bestätigte, dass nach Angaben der dänischen Polizei insgesamt 34 Deutsche vorübergehend festgenommen wurden.

Polizei zerschlägt Demonstranten-Gruppe

Eine Protestkundgebung von einigen hundert Menschen gegen die Räumung des Jugendzentrums wurde in der Nacht zum Sonntag von der Polizei aufgelöst. Grüppchen, die in Christianshavn, in dem auch die alternative "Freistadt" Christiania liegt, Barrikaden bauen wollten, wurden von den Ordnungskräften vertrieben.

Nach einer ersten Bilanz wurden am Samstag 196 meist Jugendliche für verschiedene Delikte wie das Werfen von Knallkörpern auf Polizisten und das Anzünden von Mülleimern festgesetzt, wie der Polizeisprecher weiter mitteilte.

Etwa tausend Jugendliche lieferten sich in der Nacht zum Samstag in Nörrebro und Christianshavn erneut Straßenschlachten mit der Polizei. Ein Protestmarsch vom Zentrum Kopenhagens bis Nörrebro war zunächst friedlich verlaufen.

Kurz vor dem Ziel begannen die ersten Demonstranten jedoch wie schon in der Nacht zuvor, Pflastersteine und Brandsätze zu werfen. Als die Polizei einschritt, verschanzten sie sich in den anliegenden Straßen, errichteten Blockaden aus Mülleimern und Fahrrädern, steckten Autos in Brand und zertrümmerten Schaufensterscheiben.

Proteste keine Überraschung

Der Vorsitzende des Soziologenverbands, Rasmus Willig, sagte, es seien noch nie so viele Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren festgenommen worden wie in den vergangenen Tagen. Die Proteste kämen nicht überraschend, da das Jugendzentrum ein Symbol der Untergrundkultur in Europa gewesen sei. Hierdurch erkläre sich auch das Engagement so vieler ausländischer Demonstranten.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP wurden nach dem Ausbruch der Krawalle neun Deutsche festgenommen. Sie wurden am Samstagabend aus Dänemark ausgewiesen. Freitagnacht wurden 25 Deutsche festgesetzt. Sie sollen ebenfalls schnellstmöglichst ausgewiesen werden.

In der Nacht zu Sonntag wurden nach AFP-Informationen keine weitere Deutschen festgesetzt. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, sein Amt stehe "im engen Kontakt mit der dänischen Polizei und leistet soweit gewünscht konsularische Betreuung".

Auslöser der Krawalle war die Räumung des Jugendzentrums Ungdomshuset in Nörrebro, das der alternativen Szene rund 25 Jahre lang mit Genehmigung der Behörden als Anlaufstelle diente. Im vergangenen Jahr hatte die Stadt das Gebäude an eine Christensekte verkauft, die im August einen Räumungsbefehl erwirkte; seitdem hielten die alten Nutzer das Gebäude besetzt. Als die Polizei am Donnerstag die Räumung durchsetzte, mündeten die Proteste der Jugendlichen in stundenlange Straßenschlachten.

Quelle: afp

 
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