Farbbeutel, Torten und Ohrfeigen: Welche Spitzenpolitiker Opfer von Angriffen wurden
zuletzt aktualisiert: 14.12.2009 - 15:01Berlin (RPO). Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi ist nicht der erste Politiker, der ins Visier von aufgebrachten Bürgern gerät. Um die Welt ging vor genau einem Jahr der Schuhwurf eines irakisches Journalisten auf den damaligen US-Präsidenten George W. Bush. Ein Überblick über weitgehend glimpflich verlaufene Fälle, in denen Politiker angegriffen wurden:
10. Mai 1991: Bundeskanzler Helmut Kohl wird in Halle mit Eiern beworfen. Nachdem der CDU-Politiker im Gesicht und an der Schulter getroffen wird, geht er wütend auf den Täter Matthias Schipke los, den damaligen Juso-Chef der Stadt. Sicherheitsbeamte können den empörten Kanzler nur mit Mühe zurückhalten.
13. Mai 1999: Außenminister Joschka Fischer wird auf dem Grünen-Parteitag in Bielefeld von einem Farbbeutel am Kopf getroffen. Dabei platzt sein Trommelfell. Der aus der linksautonomen Szene stammende Täter, der Fischer wegen seiner Zustimmung zum Bundeswehr-Einsatz im Kosovo attackiert hat, wird zu einer Geldstrafe verurteilt.
16. August 2000: Der damalige kanadische Premierminister Jean Chretien wird bei einer Reise durch die Provinz Prince-Edward-Island mit einer Sahnetorte beworfen - und im Gesicht getroffen. Die Leibwächter sind zunächst machtlos, überwältigen dann aber den Angreifer. Dieser wollte mit seiner Aktion gegen die kanadische Handelspolitik protestieren.
30. November 2000: Als Altkanzler Helmut Kohl im Berliner Kulturkaufhaus Dussmann sein gerade veröffentlichtes "Tagebuch 1998 - 2000" signiert, wird er Ziel einer Windbeutel-Attacke. Kohl wird im Gesicht und am Anzug getroffen. Er nimmt den Vorfall äußerlich aber ungerührt hin und setzt die Signierstunde fort.
19. Mai 2004: Auf einer SPD-Parteiveranstaltung in Mannheim wird Bundeskanzler gerhard Scröder (SPD) geohrfeigt, als er gerade neue Parteimitglieder begrüßt. Der Täter, ein arbeitsloser Lehrer, war erst Anfang Februar in die SPD eingetreten. Er wird umgehend aus der Partei ausgeschlossen. Drei Monate später wird Schröder bei einem Besuch im brandenburgischen Wittenberge aus Wut über die Hartz-IV-Reformen mit Eiern beworfen.
14. Dezember 2008: Der irakische Journalist Muntaser el Saidi wirft bei einer Pressekonferenz seine Schuhe auf US-Präsident George W. Bush. Ihm ruft er bei dessen Abschiedsbesuch in Bagdad zu: "Dies ist dein Abschiedskuss, du Hund!" Bush duckt sich weg und nimmt den Vorfall mit Humor: "Wenn Sie Fakten wissen wollen: Es war ein Schuh der Größe 10". El Saidi wurde zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.
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