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birma zyklon nargis wasser AP 2008-0507
  Foto: RPO
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Wirbelsturm-Katastrophe in Birma: Wie die Junta das Leid der Menschen verschärft

zuletzt aktualisiert: 07.05.2008 - 20:37

Berlin (RPO). Der Zyklon "Nargis" hat Birma in eine humanitäre Katastrophe gestürzt. Mindestens 22.000 Menschen sind tot, auf Straßen und Feldern stapeln sich die Leichen. Die Hilfe für die Überlebenden läuft nur schleppend an - weil die Militärjunta um General Shan Thwe die Hilfsorganisationen massiv behindert. Beobachter glauben, dass Birma ein neuer Aufstand drohen könnte.

Junta-Chef Than Shwe lässt Mitarbeiter von Hilfsorganisationen nicht in die am schlimmsten betroffenen Gebiete einreisen. Foto: FILES AFP, AFP

Die Hilfsorganisationen werfen der Militärjunta vor, die am schlimmsten betroffenen Landstriche von der internationalen Hilfe abzuschneiden. "Wir dürfen nicht in die hauptbetroffenen Gebiete in der Region Irrawaddy-Flussdelta hinein. Das wird auch von der UNO beklagt", sagte der Asien-Koordinator des Malteser Hilfsdienstes, Roland Hansen, am Mittwoch im ZDF. "Wir können nur hoffen, dass sich dort etwas ändert."

Außerhalb der Hauptstadt Rangun kontrolliere die Militärregierung jeden Schritt der Hilfsarbeiter. Auch würden von der Militärregierung sogar bereits erteilte Genehmigungen für die internationalen Mitarbeiter unerwartet wieder entzogen.

Derzeit kämpfen die Menschen in Birma ums Überleben. Doch Experten glauben: Wenn die unmittelbarsten Folgen des Wirbelsturms überwunden sind, könnte die politische Lage im Land wieder eskalieren. Die Wut der Bevölkerung über das schlechte Krisenmanagemant vor und nach dem verheerenden Zyklon "Nargis" könnte in Aufruhr umschlagen.

"Bei den Menschen, mit denen ich sprach, herrscht große Wut", berichtet Ruth Bradley-Jones von der britischen Botschaft in Rangun. "Sie haben das Gefühl, die Behörden hätten vor und nach dem Sturm mehr machen können, um das Ausmaß der Schäden zu begrenzen". So hätten es die Behören trotz frühzeitiger Sturmwarnungen versäumt, die Menschen zu warnen, und hätten die Opfer auch danach weitgehend sich selbst überlassen.

Lebensmittelpreise verdreifacht

In Rangun, vor allem aber in den abgeschiedenen Orten des Irawadi-Flussdeltas, haben die Überlebenden Mühe, an Trinkwasser, Nahrung und Treibstoff zu kommen. Selbst wenn es etwas gibt, kann kaum noch jemand dafür zahlen - seit dem Wochenende haben sich die Preise verdreifacht.

"Im Moment sind die Menschen mit ihrem Überleben beschäftigt. Doch ist diese Phase erst einmal überwunden, kann ich mir gut vorstellen, dass die Wut überkocht", sagt Sean Turnell von der australischen Macquarie-Universität. Aufstände, so schätzt der Experte für Birmas Wirtschaft, seien so gut wie programmiert: "Mit ihrer Reaktion auf die Proteste vom September haben die Generäle bereits ihren letzten Kredit verspielt."

Birma zählt zu den ärmsten Staaten der Welt. Seit 1962 wird das südostasiatische Land vom Militär regiert, das die einstmals aufblühende Wirtschaft in den Ruin trieb. Als die Treibstoffpreise im vergangenen August in die Höhe gingen, kam es zu heftigen Protesten.

Rasch schlugen sie zum größten Aufstand gegen die Junta seit fast zwei Jahrzehnten um: Angeführt von buddhistischen Mönchen gingen allein in Rangun bis zu hunderttausend Menschen auf die Straße. Nur mit Gewalt konnten die Behörden den Aufstand beenden: Mindestens 31 Menschen wurden nach UN-Angaben getötet, rund 700 sollen bis heute in Haft sitzen.

Quelle: ap

 
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