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Leitung gekappt
Wikileaks-Gründer Assange hat keinen Internet-Zugang mehr

Wikileaks - Ecuador nimmt Julian Assange den Internet-Zugang weg
Julian Assange auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London. FOTO: rtr, /TW
Quito/London. Ecuador hat Wikileaks-Gründer Julian Assange von der Kommunikation mit der Außenwelt abgeschnitten. Grund dafür sei, dass er über soziale Medien Dinge verbreitet habe, welche die diplomatischen Beziehungen Ecuadors belasten könnten, teilte die Regierung in Quito mit.

Assange habe sich nicht an eine entsprechende schriftliche Vereinbarung von Ende 2017 gehalten. Unklar war zunächst, welche Kommunikationsmittel betroffen waren. Zuletzt hatte Ecuador 2016 den Internetzugang beschränkt, nachdem sich Assange zur US-Innenpolitik geäußert hatte.

Assange lebt seit Juni 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London. Er hatte sich zuletzt in sozialen Medien zu der diplomatischen Krise mit Russland nach der Vergiftung eines Doppelagenten und über die Lage in Katalonien geäußert - obwohl er von Ecuador dazu aufgefordert worden war, kontroverse Themen zu vermeiden.

Ecuadors Präsident Lenin Moreno hat Assange, der seit Dezember ecuadorianischer Staatsbürger ist, als Stein im Schuh bezeichnet, den er von seinem Vorgänger geerbt habe. Zwar hat Schweden Vorwürfe gegen Assange fallengelassen. Doch ihm droht in Großbritannien Haft, weil er mit seiner Flucht in die Botschaft gegen Bewährungsauflagen verstoßen hat.

Assange selbst befürchtet, beim Verlassen des Botschaftsgeländes in die USA ausgeliefert zu werden, weil über Wikileaks US-Staatsgeheimnisse veröffentlicht wurden. 

(csr/REU)
 
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