Holocaust-Leugner: Williamson wehrt sich gegen Strafbefehl
zuletzt aktualisiert: 09.11.2009 - 18:28Regensburg (RPO). Der Traditionalist Richard Williamson will den gegen ihn ergangenen Strafbefehl wegen Volksverhetzung nicht akzeptieren. Williamson hatte im November 2008 in einem Interview die Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nazis bestritten, die Existenz von Gaskammern leugnete er.
Wie der Bayerische Rundfunk am Montag unter Berufung auf einen Sprecher des Amtsgerichts Regensburg meldete, hat der Brite Einspruch eingelegt. Nach Angaben seines Anwalts müsste er 12.000 Euro Geldstrafe zahlen. Damit gälte er nach deutschem Recht als vorbestraft. Jetzt kommt es zur Hauptverhandlung. Dabei können die Richter auch ein persönliches Erscheinen des Angeklagten anordnen.
Williamson, Bischof der vom Vatikan nicht anerkannten Priesterbruderschaft Pius X., hatte im bayerischen Zaitzkofen am 1. November 2008 in einem Interview die Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nazis bestritten, die Existenz von Gaskammern leugnete er. Das Gespräch war von einem schwedischen TV-Sender aufgezeichnet und im Januar 2009 ausgestrahlt sowie über Internet verbreitet worden. Williamson beruft sich darauf, dass eine Wiedergabe seiner umstrittenen Äußerungen außerhalb Schwedens nicht vereinbart worden sei. Dort ist die Leugnung des Holocaust nicht strafbar.
Der Brite ist einer von vier illegal geweihten Traditionalisten-Bischöfen, deren Exkommunikation Papst Benedikt XVI. am 21. Januar in einem Aufsehen erregenden Akt zurücknahm. Der Vatikan erfuhr nach Angaben des zuständigen Kurienkardinals erst danach von Williamsons Äußerungen. Derzeit laufen Gespräche zwischen dem Vatikan und den Piusbrüdern in Rom mit dem Ziel ihrer vollständigen Wiedereingliederung in die katholische Kirche.
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