Erdbeben vor Sumatra: "Wir müssen auf das Schlimmste gefasst sein"
zuletzt aktualisiert: 01.10.2009 - 21:38Padang (RPO). Nach dem schweren Erdbeben vor der Küste Sumatras steigt die Zahl der Toten stündlich. Mittlerweile sind es laut offiziellen Angaben 777. Die meisten Toten habe es in der 900.000 Einwohner zählenden Stadt Padang gegeben, teilte am Donnerstag ein Regierungsvertreter mit. Experten rechnen unterdessen mit weiteren und schwereren Erdbeben in der Region.
"Wir müssen auf das Schlimmste gefasst sein", sagte der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono vor seinem Abflug nach Padang. "Wir werden alles tun, um den Opfern zu helfen." Als erste Maßnahme ordnete er den Katastropheneinsatz der Streitkräfte auf Sumatra an.
Bei dem Beben brachen die Stromversorgung und das Telefonnetz zusammen. Mehr als 500 Gebäude, darunter Hotels, Schulen, Krankenhäuser und ein Einkaufszentrum, wurden den Angaben zufolge zerstört oder beschädigt. Es wird befürchtet, dass noch Tausende von Menschen in den Trümmern verschüttet sind.
Weitere Erdbeben befürchtet
Die indonesische Bevölkerung muss Experten zufolge mit weiteren Erdbeben rechnen. "Die Häufigkeit, mit der sich in letzter Zeit Erdbeben in Sumatra ereigneten lässt Schlimmes befürchten", erklärte der Geologe Kerry Sieh laut "Spiegel Online". Fünf Erdbeben habe es allein seit 2005 an der indonesischen Küste gegeben, die den Wert 6,4 auf der Richterskala erreichten.
Hilfe für Sumatra
Spenden für Opfer von Sturm und Erdbeben in Südostasien:
Brot für die Welt, Medico international, Misereor, Terre des Hommes und Welthungerhilfe unter www.entwicklung-hilft.de/online-spende.html
Hilfe für Erdbebenopfer auf Sumatra:
Infos auf http://www.caritas-international.de/ und http://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/
Geologe Sieh rechnet deshalb damit, dass es schon in den nächsten 20 bis 30 Jahren ein viel schlimmeres Beben in der Küstenstadt Padang geben könnte. Diese Auffassung teilt auch sein indonesischer Kollegen Danny Hilman Natawidjaja: "Dann könnten Tsunamiwellen, die sieben, acht Meter hoch sind auf das Land zurasen und die Stadt Padang völlig zerstören."
Auch während der Bergungsarbeiten erschütterte am Donnerstag ein weiterer Erdstoß die Insel im Westen von Indonesien. Er hatte nach Messungen der US-Erdbebenswarte eine Stärke 6,8. Das Zentrum lag in der relativ geringen Tiefe von 24 Kilometern rund 240 Kilometer südlich von Padang. In der Stadt Jambi stürzten 30 Häuser ein. Aus Sorge um ihre Kinder eilten verzweifelte Eltern in die Schulen der Stadt. Bei dem Seebeben vom Mittwoch, dessen Epizentrum etwa 50 Kilometer vor Padang lag, wurde eine Stärke von 7,6 gemessen.
Der Bürgermeister von Padang rief über den Rundfunk zur Hilfe auf. "Wir benötigen Hilfe. Wir rufen dazu auf, nach Padang zu kommen und zu helfen, Verletzte und Tote zu bergen", sagte Fauzi Bahar. Das Erdbeben vom Mittwoch habe womöglich größere Ausmaße als das von Yogyakarta", sagte Gesundheitsministerin Siti Fadilah Supari. Dort kamen vor drei Jahren mehr als 3.000 Menschen ums Leben.
Die Beben ereignete sich entlang der gleichen geologischen Bruchlinie, an der im Dezember 2004 das Erdbeben entstand, das damals einen verheerenden Tsunami auslöste. Dabei kamen 230.000 Menschen ums Leben.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum