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Piraten lassen Paar nach einem Jahr frei: "Wir sind glücklich, noch am Leben zu sein"

zuletzt aktualisiert: 14.11.2010 - 22:14

Nairobi (RPO). Mehr als ein Jahr lang waren Rachel und Paul Chandler in der Hand somalischer Piraten. Während der Gefangenschaft wurden sie zeitweise getrennt, wurden krank, flehten um Hilfe. Am Sonntagabend, endlich, können sie sich in der britischen Botschaft in Nairobi endlich wieder sicher fühlen.

Nach ihrer Freilassung galt es zunächst innerhalb Somalias bange Stunden zu überstehen. Der Staat hat in diesem zerrütteten Land längst nicht mehr das Sagen. "Wir sind glücklich, aber wir werden nicht frei sein, ehe wir in Nairobi sind", sagte Paul Chandler noch am Sonntag.  

Doch blieb der Flug in die britische Botschaft im Nachbarland Kenia zunächst versagt. Zunächst wurden die Chandlers in der somalischen Hauptstadt Mogadischu von Ministerpräsident Mohamed Abdullahi Mohamed empfangen. Er versicherte, seine Regierung habe alles Menschenmögliche getan, um die beiden in ihre Heimat zurückzubringen. Rachel Chandler sagte einem AP-Reporter telefonisch: "Wir sind glücklich, noch am Leben zu sein."

Die Eheleute wurden am 23. Oktober 2009 vor Ostafrika von Bord ihrer Jacht verschleppt. Versuche unter anderem der britischen Regierung, die Freilassung der beiden zu erreichen, blieben lange Zeit erfolglos. Die somalischen Behörden machten unterschiedliche Angaben zum gezahlten Lösegeld. So wurden entweder 300.000 Dollar oder eine Million Dollar gezahlt. Die Piraten hatten zeitweise fünf Millionen gefordert.

Von Mogadischa aus flogen sie nach dem Empfang weiter nach Kenia. Ein somalischer Arzt, der das Paar auch in der Gefangenschaft regelmäßig besuchte und auch an den Bemühungen zu ihrer Freilassung beteiligt war, erklärte, die beiden bräuchten jetzt Behandlung durch einen Spezialisten. "Sie brauchen eine Beratung und Ruhe, um sich von diesen Umständen zu erholen, unter denen sie die letzten 13 Monate gelebt haben", sagte der Arzt Abdi Mohamed Elmi. "Sie scheinen jetzt in Ordnung zu sein und waren heute Morgen glücklich."

Somalische Piraten haben auch nach der Freilassung des britischen Paares noch fast 500 Geiseln und mehr als 20 Schiffe in ihrer Gewalt. Sie verlangen üblicherweise Lösegeld in Millionenhöhe.

Quelle: AP/pst

 
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