Überlastung: WM-Spiel sorgt für ausgedehnten Stromausfall in der Türkei
zuletzt aktualisiert: 03.07.2006 - 10:17Istanbul (rpo). Im gesamten Westen der Türkei brach wegen des WM-Spiels zwischen Brasilien und Frankreich am Samstagabend die Stromversorgung zusammen. Es hatten zu viele Zuschauer gleichzeitig den Fernseher einschalteten. Die Folge: Millionen Menschen saßen sechs Stunden lang im Dunkeln, ohne Fußball.
Zu Spielbeginn am Samstagabend sei der Stromverbrauch plötzlich steil angestiegen, meldete die Zeitung "Sabah" am Montag. Auch der Betrieb von tausenden Klimaanlagen in der heißen Sommernacht habe zu dem Kollaps des Netzes beigetragen. Von Bursa im Nordwesten bis Antalya im Süden saßen Millionen von Türken und Urlauber sechs Stunden lang im Dunkeln. Konzerte und Hochzeitsfeiern mussten abgebrochen werden, die Fernseher fielen aus. In der Zeitung "Milliyet" war von einem Skandal die Rede, mit dem sich die Türkei blamiert habe.
Laut "Sabah" werden viele westtürkische Kraftwerke, in denen Strom aus Erdgas gewonnen wird, in den Nachtstunden abgeschaltet, weil sich für die Unternehmen in diesen Stunden die Produktion wegen der gestiegenen Gaspreise und der niedrigen Nachttarife nicht lohnt. Deshalb beziehen viele Gegenden im Westen der Türkei in diesen Zeiten ihren Strom aus dem Osten des Landes. Die dabei benutzten Leitungen seien wegen des plötzlichen Anstiegs beim Stromverbrauch überlastet gewesen.
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