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London/Wynarka
Ermittler finden Mädchenleiche: Maddie?

So könnte Madeleine McCann heute aussehen
So könnte Madeleine McCann heute aussehen FOTO: dpa, Teri Blythe
London/Wynarka. In Südaustralien ist die Leiche eines zwei bis vier Jahre alten Mädchens gefunden worden. Die britische Polizei hat sich an die Kollegen dort gewandt. Sie sollen prüfen, ob es sich um die seit acht Jahren vermisste Maddie handeln könnte. Von Jessica Kuschnik

Auf der Suche nach der vermissten Madeleine McCann haben britische Ermittler nach dem Fund einer Mädchenleiche in Australien die dortigen Kollegen kontaktiert. Madeleine ist seit 2007 verschwunden, seitdem setzen ihre Eltern und die britische Polizei alles daran, den Fall aufzuklären - bislang ohne Erfolg. Ist dies nun der Durchbruch? Bisher steht nur fest, dass in Südaustralien "die Überreste eines Kindes gefunden wurden, und wir haben Kontakt mit den australischen Behörden aufgenommen", teilte die britische Polizei mit. Zu weiteren Details wollte sich ein Sprecher gestern nicht äußern.

Trotz der Anfrage geht die australische Polizei nach Informationen der Nachrichtenagentur PA nicht davon aus, dass es die Leiche von Madeleine sein könnte. Das britische Mädchen mit dem Spitznamen Maddie war im Mai 2007 kurz vor seinem vierten Geburtstag während eines Familienurlaubs in Portugal spurlos verschwunden. In den vergangenen acht Jahren ist die Polizei immer wieder neuen Spuren nachgegangen - auch auf Drängen von Maddies Eltern Kate und Gerry. Diesmal könnten gewisse Ähnlichkeiten zwischen dem toten Mädchen und Maddie der Grund für die Anfrage der britischen Ermittler sein. Wie PA berichtet, sollen die Überreste eines zwei- bis vierjährigen, blonden Mädchens in einem Koffer gelegen haben, der vor einigen Wochen neben einer Autobahn im südaustralischen Wynarka nahe Adelaide gefunden wurde. Das Opfer soll den Angaben zufolge seit mindestens 2007 tot und an einem anderen Ort als dem Fundort umgebracht worden sein. In dem verblassten schwarzen Koffer, der laut Informationen der "Daily Mail" vor etwa vier Monaten dort abgestellt worden ist, waren außer der Leiche auch mehrere Kleidungsstücke gefunden worden.

Der australische Polizei-Chef Grant Stevens sagte, dass es keinerlei Hinweise darauf gebe, dass es sich bei dem Mädchen um Madeleine handelt. "Etwas anderes anzunehmen wäre reine Spekulation mit dem Ziel, Aufmerksamkeit zu erregen." Derzeit konzentriere man sich auf den Bereich Südaustralien, berücksichtige aber auch alle anderen vermissten Kinder, so Stevens. Australische Medien spekulieren, dass es sich bei dem toten Mädchen auch um Lella McDougall handeln könnte, die ebenso wie ihre Mutter Chantelle seit 2007 verschwunden ist.

Im Fall Maddie McCann waren zuletzt vor einem Jahr vier Portugiesen ins Visier der Ermittler geraten. Die Auswertung von Handys hatte damals ergeben, dass die Verdächtigen zum Zeitpunkt ihres Verschwinden in der Nähe des Ferienappartements gewesen seien, in dem Maddie mit ihren Eltern den Urlaub verbrachte. Die Befragungen endeten ergebnislos. Einen Monat zuvor hatten die Ermittler - ebenfalls ohne Ergebnis - drei brachliegende Grundstücke in der Nähe der Ferienanlage abgesucht. Maddies Eltern betonen immer wieder, es gebe bisher keine Anzeichen dafür, dass Maddie tot sei. Sie würden die Suche daher nicht aufgeben.

Quelle: RP
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